März 2007 Jahrgang 1 - 3. Ausgabe

 

 

Wie ich von Sai fasziniert wurde

Teil I


Dies ist die Abschrift einer Aufzeichnung eines Gesprächs zwischen Dr. Keki Mistry, einem bekannten Orthodontisten und langjährigen Baba-Devotee aus Bombay und Prof. G. Venkataraman, welches vor einigen Wochen von Radio Sai gesendet wurde.

Prof. Venkataraman (GV): Sai Ram Doctor.

Es ist sehr erfreulich, Sie hier in diesem Studio zu sehen, welches eine Neukonstruktion des Gebäudes ist, welches sie schon lange kennen. (Früher war das Studio das EHV-Zentrum) Es ist ein wundervolles Studio, von Swami gesegnet, und wir haben aus diesem Studio die Erfahrungen von so vielen Devotees zu den Menschen aus aller Welt gebracht. Es ist mir nun ein Vergnügen, mit Ihnen hier zu plaudern.

Können Sie sich bitte kurz vorstellen, uns alles über sich erzählen, Ihre professionelle Karriere und wie Sie zu Swami kamen? Unsere Zuhörerschaft würde es sehr gern erfahren.

„Sprechen zu können ist allein schon ein Wunder.“

 
 
„Sprechen zu können ist allein schon ein Wunder.“

Dr. Keki Mistry (KM):

Sai Ram euch allen!

Zu Beginn möchte ich euch sagen, wie beschenkt und privilegiert ich mich fühle, mit Ihnen, Professor, in einem Programm auftreten zu dürfen, das Swamis Namen trägt. Es ist mir eine große Ehe hier zu sein. Mein Name ist Dr. Keki Minochia Mistry. Ich bin Orthodontist und praktiziere seit 45 Jahren in Mumbai.

Ich arbeite in der Praxis, in der Lehre und in der Forschung. Ich bin Professor und Direktor der Staatlichen Fachhochschule für Zahnkunde in Mumbai gewesen. Ich bin auch Dean und Direktor für Dental-Studien der D.Y. Patil Universität gewesen.

Irgendwann im Jahre 1965 bemerkte ich plötzlich, dass ich meine Stimme verlor, und ich bekam einen sehr schlimmen Husten. Ich hustete fast jede Sekunde. Ich konnte kaum schlafen oder mich hinlegen. Ich musste die Nächte aufrecht sitzend verbringen. Dann ließ ich mich untersuchen, denn so ein trockener Husten kann ganz schön ängstigen.

Man fand einen Klumpen in meinem Rachen, groß wie ein Golfball!

Jedes Mal, wenn ich mich hinlegte, konnte ich nicht vernünftig atmen, noch konnte ich sprechen. Der Klumpen war so groß, das er mich am Sprechen hinderte. Ich hatte meine Praxis seit 1957, und ab 1961 praktizierte ich als spezialisierter Orthodontist.

Als sich all dies im Jahre 1965 ereignete, bedeutete das das Ende meines Berufslebens. Wenn die Eltern ihre Kinder zur Behandlung bringen, wollen sie Fragen stellen; ich war aber nicht mehr in der Lage, sie zu beantworten. Die Tatsache, dass ich jetzt hier zu Ihnen sprechen kann, ist ein Wunder Babas.

Ich wurde in einem naturwissenschaftlichem Umfeld erzogen; die meisten in meiner Verwandtschaft waren Ärzte, Wissenschaftler, Professoren oder Rechtsanwälte; einige waren führende Anwälte der Stadt Mumbai. Mein familiärer Hintergrund war so, dass alles, was mit einem Baba oder dergleichen zu tun hatte, nur eine Krücke war. Das war das Elend Indiens, so dachte ich.

Im Jahre 1964 gab mir jemand ein Bild von Baba und etwas Vibhuti. Da war ich schon krank. Es dauerte dann sechs Monate, bevor ich Baba traf. Ich lehnte es respektvoll ab und sagte: „Ich kenne ihn nicht.“ 1965 las ich Professor Kasturis Buch Sathyam Sivam Sundaram, und zwar mit großem Interesse. Ich las es in einer Nacht durch. Ich hatte den Eindruck, dass ich die Geschichten richtig aufsog.

„Baba ruft Dich“

 
 

„Baba ruft Dich“

Ich sagte zu mir: ‚Vielleicht soll ich Baba treffen. Vielleicht geschieht auch mit mir so ein Wunder.’ Dann hörte ich, dass Er in Mumbai war. Als ich die Hängenden Gärten von Malabar Hills hinunterging, kam ein kleiner Junge zu mir und sagte: „Baba ruft Dich!“

Ich sagte: „Wer, Baba?“ Jetzt muss ich einfügen, dass genau sechs Monate zuvor, als mir jemand das Bild von Baba gegeben hatte, ich zu mir gesagt hatte: ‚Wer ist dieser Mann mit dem roten Gewand und dem krausen Haar?’

Als also dieser Junge zu mir sagte: „Sie kennen diesen Baba mit dem üppigen Haar und dem roten Gewand.“

Da sagte ich: „Ja, ich kenne ihn.“

Dann sagte er mir: „Er lässt Ihnen sagen: ‚Komm zu mir.’“

Ich ging hin. Es war im Haus von Mr. P.K. Savant. Es war etwa 12 Uhr mittags. Es war das Haus eines Ministers und Polizei war davor.

Ich wusste nichts von Baba oder Seiner Routine.

Baba hatte schon Darshan gegeben und sich dort zurückgezogen. Die Polizei hielt mich an. Ich sagte: „Baba hat mich gerufen.“ Sie sagten: „Wer?“ Ich drehte mich um und sagte: „ … dieser Junge …“ …. und ich musste feststellen, dass kein Junge da war.

Ich sagte zu dem Polizeibeamten: „Bitte, lassen sie mich hinein.“

Der Polizeibeamte schaute mich an und sagte: „Sie sehen wie ein kultivierter Mann aus, warum tun Sie das? Alle wollen reingehen.“

Aus irgendeinem Grunde wollte ich bleiben. Es verging eine halbe Stunde und einige Polizeibeamte kamen zu mir und sagten: „Sie sehen wie ein gebildter Mann aus, warum warten Sie hier. Baba wird nicht herauskommen. Gehen Sie zum Darshan in Gwalior Garden um 4 Uhr. Baba kommt hier nicht vor 4 Uhr raus.“

Ich wartete. Es war im Mai; es war sehr, sehr heiß. Es war sowieso sehr heiß in Mumbai. Dennoch wartete ich. Um etwa Viertel vor zwei entschied ich, dass ich noch bis um 2 Uhr warten würde. Wenn Bhagavan Baba dann nicht herauskäme, würde ich nach Hause gehen.

Es war zu heiß, ich hatte schon fast zwei Stunden in der Sonne gewartet, und es ging mir gesundheitlich nicht gut.

Um etwa 5 Minuten vor zwei erschien Baba am Fenster im ersten Stock. Er schaute mich direkt an und sage: „Komm.“

 
 

 

Nun stand der Polizeibeamte mit dem Rücken zum Fenster und ich war auf der anderen Straßenseite. Ich lief hinüber. Bei mir waren noch zwei ältere Damen. Ich dachte, es seien Witwen, weil sie beide weiße Saris anhatten. Sie kamen mit. Sie hatten Baba auch gesehen. Ich wusste nicht, wen Baba gerufen hatte, mich oder sie. Aber ich ging.

Der Polizeibeamte sagte noch mal zu mir: „Was soll dieser Unsinn?“

Ich sagte: „Baba hat mich vom Fenster aus gerufen.“ Aber Baba war nicht mehr zu sehen. Ich schaute mich um. Niemand. Dann kam Swami hinunter ins Erdgeschoss. Dann ließ mich der Polizeibeamte natürlich hinein.

Das Erdgeschoss war auf einer Ebene, die etwas höher war als der Boden der Grundstücksmauer. Ich stand da, als ich Ihn das erste Mal sah, ich weinte nicht. Aber es kamen Tränen aus meinen Augen, sie flossen einfach heraus. Ich war beschämt. Da waren diese Damen, die mir hinein folgten und ich sollte nun vor diesen Frauen weinen? Ich war wie ein Wasserfall, ein Fluss. Swami stand da und schaute mich lieb an. Tränen fielen Ihm zu Füßen. Ich fühlte mich sehr wohl bei Ihm. Er stand auf der Veranda, etwa einen Meter höher und ich unten.

Dann schaut Er mich an, spricht zu mir und sagt: „Kal Ma ko Leke Aana Maa ka thabeeyath teek nahi hai“ (Hol Deine Mutter und kommt morgen zu mir. Ihre Gesundheit ist nicht gut). Meiner Mutter ging es schon seit langem nicht gut, sie war chronisch asthmatisch. Ich sagte: „O.K.“

„Morgen um 9 Uhr, kommt bitte“, sagte Er noch einmal.

Ich sagte: „Swami, niemand wird mich reinlassen.“ Daraufhin sprach Er mit jemandem und man gab mir Erlaubnis für zwei Leute, für meine Mutter und mich.

Ich ging nach Hause und meine Muter war sehr glücklich. Sie war spirituell immer sehr engagiert. Wenn Swami mich also gerufen hat, wird er gewiss noch 200 andere Menschen mit irgendwelchen Krankheiten gerufen haben.  

„Es ist mein Junge“ – Swami

 
 

 

Ich erinnere mich genau an ein Mädchen im Alter von 11 oder 12 Jahren, die ständig stöhnte, denn sie hatte vermutlich einen Tumor im Kopf. Wir setzen uns alle hin. Swami kam in den Raum und Er rief uns hinein, wie in einen Interview Raum, was ich ja alles noch nicht kannte. Ich dachte, das sei wie ein Ärzte-Sprechzimmer. Ich wurde als vierter hereingerufen und ging mit meiner Mutter.

Swami stand da und sprach mit meiner Mutter und sagte: „Du hast Asthma und kannst nur schwer atmen.“ Jeder, der meine Mutter anschaute, hätte sagen können, dass sie Asthma hatte. Sie hatte die typisch asthmatische Körperhaltung, schnappte nach Luft und so weiter. Aber sie kümmerte sich nicht um sich selbst.

Sie sagte: „Swami, was ist mit ihm?“ Ich sah aber ganz normal aus. Mein Hals zeigte nichts. Aber Er sagte: „Ich weiß, Mutter. Upar Lump hai (Ja, da ist oben ein Klumpen). Negative, positive Gedanken. Operation kare, na kare (Operation oder nicht) ?“

Also stellte meine Mutter Ihm die eine Million Dollar Frage: „Hat er Krebs oder nicht?“

Mit großer Authorität sagte Baba: „ Krebs, er Krebs? Er ist nicht dein Sohn, er ist mein Junge. Er ist nur durch Dich gekommen. Kein Krebs. Er kann kein Krebs bekommen.“

Dann kreiste Swami mit Seiner Hand und materialisierte eine Menge Asche in Mutters Hand. Sie sagte: „Was soll ich damit machen?“ Wir hatten niemals vorher diese heilige Asche gesehen.

Er sagte: „Kha Jao (Iss sie)“ und sie nahm alles in den Mund. Er nahm mich zur Seite und sagte: „Mach Dir keine Sorgen. Geh und bete, in drei Tagen wirst Du gesund sein.“

Das war meine spirituelle Übung. Ich glaubte zwar an Gott und das Gebet, aber ich konnte nicht an irgendeinen Menschen glauben, der göttlich sei.  

GV: Wenn Sie sagen, dass Sie viel beteten, heißt das, dass Sie auf parsische Weise beten?

KM: Ja, nach meinem Glauben, in dem ich erzogen wurde. Ich ging gern zum Feuer-Tempel. Ich ging 3 bis 4 Mal in der Woche, schon als Schul-Junge. Das war schon Gewohnheit. Wenn ich sage: Gebet, meine ich keine formale Sprache, auch nicht die Avesta Sprache, ich mochte nicht in einer Sprache beten, die ich nicht kannte. Ich ging einfach in den Tempel und hielt Zwiesprache.

Er sagte: ‚Bete weiter’ und dann entließ Er uns. Er ging fort. Ich ging nach Hause und bemerkte, dass ich diesmal, als ich von Swami kam und zu Hause ankam, also in diesen 30 Minuten, nicht gehustet hatte. Plötzlich wurde alles normal, mein Husten hörte auf, ich konnte schlafen. Ich dachte, da sei Psychologie oder Hypnose am Werk. Zwei oder drei Tage später verließ Swami Mumbai.

Ich ging nicht zum Arzt. Jetzt muss ich einfügen, dass einige der führenden Krebs-Spezialisten mich untersucht hatten und es war beschlossen, dass der Klumpen herausgenommen werden sollte. „Er beeinträchtigt die Atmung.“ „Wir wissen nicht, ob es Krebs ist.“ „Wir können das erst nach der Biopsie sagen.“ „Er wird größer.“ „Er muss raus.“

 
 

 

Ich ließ mich nicht mehr untersuchen, nachdem Swami abgereist war. Sechs Monate vergingen. Ich war vollkommen geheilt, alle Symptome waren verschwunden. Ich hatte keine Untersuchung mehr, keine ärztliche Bestätigung, ob der Tumor da war oder nicht. Etwa sechs Monate später hatte ich einen schlimmen Husten-Anfall. Ich spuckte Blut. Ich hatte ziemliche Angst. Ich ging zum Hals-Nasen-Ohren-Arzt, der über 90 Jahre war. Ich sagte: „Dr. Heeru, bitte untersuchen Sie mich.“

Er sagte: „Sie sind so verkrampft, ich kann Sie nicht untersuchen. Haben Sie heute Morgen irgendetwas gegessen?“ „Nein, ich bin aufgewacht und hierher gekommen. Ich hab nicht einmal eine Tasse Tee gehabt. Danach gab er mir eine kleine Betäubung und sagte dann: „Erzählen Sie mir, was passiert ist. Das ist wunderbar. Es ist nichts zu sehen, kein Tumor. Wie haben sie ihn entfernt? Was haben Sie gemacht? Wem haben Sie es gezeigt?“

Dann erzählte ich ihm die ganze Geschichte. Er hörte sehr aufmerksam zu und sagte: „Ja, ich habe schon von Heilungen von Ihm gehört. Sie können sich sehr glücklich schätzen. Ich habe schon derartige Heilungen gesehen. Gehen Sie, sie sind ein gesegneter Mann!“

Das war also mein Beweis.

Ein Wandel geschieht innen und außen  

GV: Zu dem Zeitpunkt glaubten Sie also, dass es irgendein psychosomatisches Phänomen sei, wie änderte sich ihre Ansicht? Wie kam das vollständige Vertrauen?  

KM : Gut, dass Sie mich das fragen.

Am gleichen Abend, als ich Baba getroffen hatte, ging ich zum Tempel. Ich betete zu Zarathustra und sagte: „Gib mir ein Zeichen. Ist Er wirklich jemand, der mich heilt oder ist es ein Schwindel? Ich brauche ein Zeichen.“ Dann am Abend ging ich zu Seinem Darshan im Gwalior Palace. Es war eine Riesen-Versammlung und von meinem Platz sah Swami wie ein winziger Fleck aus und ich hoffte, dass Swami mich anschauen würde. Aber ich war fast in der letzten Reihe und an einer Stelle, wo Swami normalerweise nicht hinkommen würde. Swami kam aber den halben Weg durch die Menge hindurch und dann dreht Er um in Richtung Podium. Aber plötzlich kehrte Er erneut um und kam in direkter Linie auf mich zu. Am Ende des Geländes war ein Felsblock, auf dem ich saß. Er kam sehr nahe an mich heran, legte Seine Hand auf meine Schulter und sagte: „Streng Dich nicht zu sehr an.“ Ich wusste nicht, was das bedeuten sollte, aber ich nahm es als das Zeichen. Ich sagte mir: „Warum unter dieser gewaltigen Menschenmenge hatte er mich gefragt?“ Alle umstehenden Menschen kamen und fragten mich: „Kennt Er Dich. Kennst Du Ihn?“ Ich sagte nur: „Es war das erste mal für mich.“ Was immer dieses Ereignis bedeuten sollte, ich nahm es als ein Zeichen!

Von diesem Zeitpunkt an häuften sich die Ereignisse. Meine Frau wurde schwanger mit unserem ersten Kind; niemand in der Familie wusste davon, außer ihrer und meiner Mutter. Und nach erst drei Monaten konnte man noch nichts sehen. Ich fuhr nach Puttaparthi. Manchmal holte Er Ärzte zu sich und sprach zu ihnen (1965-66). Swami stellte einige Fragen. Ich hörte normalerweise nur zu. Er schaute mich an und f ragte:

Aapko kuch bolna hai? Kuch poochna hai? Möchtest Du etwas fragen oder sagen?“

Ich sagte: „Nichts.“ Meine Frau aber hatte sich eine komische Art zu spucken angewöhnt. Alle Augenblicke musste sie spucken und das machte sie verrückt. Sie hatte enormen Speichelfluss, der floss einfach. Ich erinnerte mich also plötzlich an meine Frau und sagte: „Meine Frau …“

Swami unterbrach mich sofort und sagte. „Malum hai, Sir, Garbh (Ich weiß, sie ist schwanger).“

 
 

 

Bedenkt, dass sie 700 Meilen entfernt war. Er sagte. „Keine Sorge, am 22. August wirst Du einen Sohn haben.“

Ich fragte Ihn nichts.

Dann sagte Er noch: „Chiranjeevi – Langes Leben.“

Dann gingen die Ärzte auseinander. Ich fuhr nach Hause und meine Frau sagte: „Ich muss Dir etwas sagen. Ich spucke nicht mehr, kein Speichelfluss.“ Ich fragte, seit wann das aufgehört hätte und ich konnte zurückverfolgen, dass es genau in dem Moment aufgehört hatte, als ich mit Swami sprach.

Um eine lange Geschichte kurz zu machen, Ich bekam einen Sohn. Swami hatte in jenem Interview eine Frucht materialisiert. Es war eine trockene Dattel. „Einige Stunden, bevor Deine Frau ins Hospital fährt, lass sie diese Frucht essen“, hatte Er gesagt. Wir taten genau dies mit großer Sorgfalt und am 22. August, wie Baba gesagt hatte, wurde mein Sohn geboren.

GV: Erstaunlich!

KM: Am dritten Tag nach der Geburt besuchte ich meinen Sohn im Hospital und sein Bilirubin war auf 10 bis 11 gestiegen. Das kann Gehirn-Schädigung zur Folge haben. Von seiner Kopfhaut wurde Blut genommen um die Werte zu bekommen. Meine Frau fiel bei diesem Anblick fast in Ohnmacht. Sie wusste nicht, was los war und in Gedanken sagte sie sich: „Sie nehmen Blut von der Kopfhaut.“ Sie war sehr bestürzt, blieb aber stark. Das Bilirubin ging manchmal von 10 auf 13 hoch, aber sie sagte sich: „Keine Sorge, Swami hat Chiranjeevi, also ‚langes Leben’ gesagt.“ Als Swami damals Chiranjeevi gesagt hatte, hielt ich dies für eine beiläufige Segens-Floskel. Nun erkannte ich die Bedeutung. So behielten wir also Zuversicht und er erholte sich. Sie fanden heraus, dass bei den Parsen diese G6PD-Defizienz im Blut häufig vorkommt. Er wurde mit dieser Defizienz geboren. Aber dieser Zwischenfall stärkte unseren Glauben erheblich.

Meine Frau war 700 Meilen von Swami entfernt, niemand wusste, dass sie schwanger war. Wir hatten es mit niemandem besprochen. Aber Er sprach es alles aus. Ich hatte nicht einmal während des Interviews an ihre Schwangerschaft gedacht.

GV: Ihre Erzählung ist so faszinierend. Erzählen Sie mehr!

Leben-Gebender Sai

 
 

 

KM: Ich habe seit den vierzig Jahren, die ich nun mit Swami bin, so viel gesehen. Ich habe einen Sindhi Herrn aus Madras gesehen, der war Drucker und wurde für tot erklärt.

Swami bat mich oft im General Hospital in Puttaparthi zu arbeiten, wenn ich hier zu Besuch war. Eines Nachts hatten Dr. Bhaskar Rao aus Andhra Pradesh und ich am Bett eines Patienten Dienst. Diese Person war schon fast für tot erklärt worden. Die ganze Familie war aus Madras ( heute: Chennai) geholt worden. Etwa um 12 Uhr nachts weckt Dr. Bhaskar Rao mich und sagt: „Hast Du diesen Duft gerochen?“ (Dieser Bericht ist Ende 1960 auch im Sanathana Sarathi erschienen). Also Dr. Bhaskar Rao weckte mich. Es gab einen starken Vibhuti-Duft – es war faszinierend. Hier lag ein fast schon Gestorbener. Nichts passierte, wir rochen nur den Duft. Am nächsten Morgen hatten wir unser Bad. Als wir zurückkehrten, es war gegen 6 Uhr, sahen wir diesen Mann auf dem Bett sitzen und Raghupathi Raghava Raja Ram singen. Ich fiel fast in Ohnmacht. Es war so komisch, faszinierend. Dieser Mann, fast gestorben, singt hier Raghupathi Raghava Raja Ram!

Der Göttliche segnet die Pflichtbewussten

Nun erzähle ich euch eine andere interessante Geschichte.

Meine Mutter hatte absolute Hingabe an Baba. Für sie war Baba ihr „Ein und Alles“. Nichts war zwischen ihr und Baba. Eines Tages, als ich mit ihr sprach, stand sie auf und wollte in die Küche gehen. Ich sah einen großen roten Fleck auf ihrer Rückseite. Es war Blut. Ich sagte: „Was ist das?“ „Ich habe schon oft geblutet“, sagte sie. Ich wurde sehr aufgebracht. „Warum sagst Du mir nicht, dass Du Darmblutungen hast, woher soll ich das wissen?“ Es wurde festgestellt, dass sie Darmkrebs hatte. Sie sagte: „Geh und sag es Swami.“ So fuhr ich zu Baba. Ich fuhr nach Whitefield, aber Baba war in Kodaikanal. Ich sagte: „O.K. ich werde hier eine Weile bleiben und dann zurückfahren.“ Aber Mr. Ramabrahman, der Verwalter des Whitefield Ashrams, sagte mir, dass ich einen Telefonanruf von Swami bekommen hätte: „Dr. Mistry ist dort, sag ihm, er solle nicht abreisen, ich werde am Abend kommen.“ Das war die Mitteilung von Ihm. Also wartete ich. Als Er kam, erzählte ich Swami von Mutters Krebs. Swami schaute mir direkt in die Augen und sagte: „Wie, Doktor, sollen die Menschen etwa ewig leben?“ Ich verstand, dass es Seine Art war, mitzuteilen, dass sie sterben würde.

Dann sagte ich: „Swami, ich möchte Dich als Sohn bitten, dass sie einen friedlichen Tod haben möge.“ „Einen friedlichen Tod mangtha hai? Jao Milega (Du möchtest für sie einen friedlichen Tod. Geh, Du wirst es bekommen).“ Er sagte es so, als ob es etwas sei, das Er verteilte.

 
 

 

Man muss wissen, wie man mit Bhagavan Baba sprechen muss. Wir bitten Ihn um das, was wir zu benötigen glauben. Ich hab einfach um einen friedlichen Tod gebeten. Ich hätte um ein ganz friedliches Leben bis zum Ende bitten sollen. Die letzte Woche vor ihrem Tod war sehr friedlich, aber davor nicht. Sie war weder hier noch dort. Sie erlaubte niemandem sie anzufassen, außer mir. Sie sagte immer: „Mein Prinz“ und fragte mich allerlei witzige Dinge. Sie fragte: „Kann ein Mensch ohne einen Hund ins Himmelreich kommen?“ Ich erzählte ihr die vedische Geschichte, wie dem König und dem Hund der Eintritt verwehrt wurde. Alles war völlig unerwartet. Sie fing an zu singen, rezitierte einige Hymnen, und ähnliches, was uns total verwirrte, da sie davon eigentlich keine Kenntnis hatte. Sie redete in Zungen, was für uns total neu war und für sie auch. Ich erinnere mich an die letzten Augenblicke, als ich am Fußende stand, sie lag da und erhob dann ihre Hände und winkte, als ob sie Auf-Wiedersehen sagen wollte und dann schloss sie ihre Augen. Sie hatte einen friedlichen Tod.

Später erzählte ich Swami von ihrem Ende. Ich sagte, dass Mutter in allen möglichen Sprachen sprach und ihr Ende sehr friedlich gewesen sei. Swami nahm es ganz selbstverständlich.

Aber ich will euch noch erzählen, wie Swami während ihrer Krankheit Bombay besucht hatte. Sie war im Großen Parsen Hospital. Und ich war eine der Personen, die Swami immer in Bombay (nun Mumbai) bei sich haben wollte. Es gab noch einige andere, wie zum Beispiel Inamdar und Satheesh, und Swami erlaubte uns mit in Seinem Zimmer zu sein. Wir machten alles, Wasser holen, Kleider ausziehen, Essen geben usw., alles, was ein Diener normalerweise tut. Wir waren im Dienst und ich war im Dharmakshetra (Swamis Residenz in Mumbai), ganze 24 Stunden. Ich ging sonst nirgendwo hin.

Andere Leute fragten mich: „Was ist mit Deiner Praxis?“ Aber ich fühlte mich sehr glücklich dabei und Er erlaubte mir, dies zu tun.

Eines Nachts, es war Freitag, etwa um 8 Uhr war Mutter sehr krank und ins Hospital gebracht worden. Es kam ein Anruf von meinem Vater, dass der Arzt gesagt hätte, es sei sehr ernst und sie würde vielleicht die Nacht nicht überleben. Ich fragte darauf meinen Vater: „Fragt sie nach mir“? Er sagte: „ Nein, sie ist nicht bei Bewusstsein.“

Ich sagte: „Vater, wenn sie nicht nach mir fragt, meinst Du, dass ich kommen soll, denn ich habe Dienst?“ Swami zog sich um 8 Uhr zurück. Ich kann nicht ohne Swamis Erlaubnis gehen. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich gehen sollte; ich habe nicht mit Baba gesprochen und ich kann jetzt auch nicht klopfen. Das möchte ich nicht.

Meine Schwester kam ans Telefon und sie sagte: „Was für ein Unsinn?“ Sie schenkte mir richtig ein. Ich sagte: „O.K., gib bitte das Telefon an Vater zurück.“ „Braucht ihr mich dort?“ Er sagte: „Nein!“ Ich entschied also, im Dharmakshetra zu bleiben und für sie zu beten. Wenn sie nach mir fragen würde, wäre es etwas anderes. Ihr Arzt, der ein leitender Arzt in Mumbai war, kam auch ans Telefon und sagte: „Keki, ich glaube nicht, dass sie die Nacht überlebt, es ist Deine Sache, es ist Deine Mutter. Deine Leute haben mir gesagt, ich soll mit Dir sprechen.“ Ich sagte o.k. Und die Entscheidung war, ich werde in Babas Residenz bleiben.

Swami war nicht da und ich konnte nicht ohne Seine Erlaubnis weggehen – insbesondere, wenn sie nicht nach mir fragte.

Am nächsten Morgen um 7 Uhr öffnete Swami Seine Tür und ich ging hinein. Swami setzte sich und schaute sich ein Papier an. Ich sagte: „Swami, ich hatte einen Anruf. Mutter geht es nicht gut. Kann ich Deine Erlaubnis haben zu gehen?“

Ein besonderer Besuch mit Swami

 
 

 

Dies war an einem Samstag-Morgen. Er sagte: „Am Mittwoch besuche ich Savants Haus und deine Mutter ist in dem Hospital in der Nähe. Lasst uns zusammen hingehen und sie besuchen.“ Sie lebte noch vier Tage. Ich nahm es als ein Zeichen, dass ich nicht gehen sollte. Meine Familie war verärgert, außer meinem Vater. Mittlerweile hatte sie ihr Bewusstsein wieder erlangt. Mutter sagte: „Nein, lasst ihn bei Baba sein.“

Am Mittwoch ging Swami mit mir zu dem Großen Parsen Hospital um sie zu besuchen. Normalerweise fuhr ich im Auto mit Ihm, wo immer Er hinfuhr. Ich saß dann vorn und Sri Indulal Shah saß neben Swami auf dem Rücksitz. So fuhr ich mit Ihm.

Als Mutter Swami im Hospital sah, schaute sie ihn an und fragte: „Was ist los, kommst Du, um diese alte Dame zu sehen? Tausende von Menschen warten auf Deinen Darshan und Du vergeudest Deine Zeit hier.“ Swami stieß mich an und sagte: „Sieh, das nennt man bhakthi (Hingabe).“

Swami zeigte mir, was wahre Hingabe ist.

Sie sagte: „Du hast all diese Tausende von Menschen verlassen, die Deinen Darshan suchen, und bist gekommen, diese alte Dame zu besuchen.“

Gleichzeitig war sie sich sehr ihrer Gastgeber-Rolle bewusst. „Bitte setz Dich“, sagte sie und nahm etwas Kokosnuss-Wasser. Swami sagte: „Ich bin nicht der Patient“ und bat sie, sich sofort wieder hinzulegen. Sie war operiert worden - Colostomie - und Swami materialisierte Vibhuti und rieb sie ein; dann sprach Er 10 bis 15 Minuten mit ihr.

Nun stell Dir das vor. Der Arzt sagt: „Komm sofort, sie wird die Nacht nicht überleben.“ Aber Swami sagte: „Wir werden sie am Mittwoch besuchen.“ Meine Mutter kam aus dem Hospital nach Hause und lebte noch eineinhalb Jahre. Sie starb bei uns zu Hause.

GV: Sie scheinen einen Schatz erstaunlicher Geschichten zu haben.

KM: Dies ist nur die Spitze des Eisbergs.

GV: Wir würden gern mehr von diesem Eisberg kennen lernen. Bitte erzählen Sie uns noch mehr Geschichten.

-Fortsetzung in der nächsten Ausgabe-

H2H Team
Engl.Original Titel vom März 2007


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