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| April 2007 - Jahrgang 1 - 4. Ausgabe |
Liebe meine Unberechenbarkeit Sri Sanjay Sahani Sri Sanjay Sahani, ehemaliger Sai Student, ist gegenwärtig Direktor des Brindavan Campus der Sri Sathya Sai Universität.
Ein letzter Darshan – Die Notlage „Wann sind Deine Prüfungen zu Ende?” fragte Bhagavan – nicht einmal, zweimal, sondern dreimal über einen Zeitraum von einigen Wochen hinweg. Jedes Mal antwortete ich: „Am 30. Mai, Swami.“
Am nächsten Tag erreichten wir Brindavan und warteten auf unseren geliebten Herrn in Kalyan Mandapam. Bhagavans Bungalow-Residenz war niedergerissen worden und Trayee Brindavan wurde gerade gebaut. Bhagavan hatte Devi Nivas, das Haus des Rajmata von Nawanagar (welches zwischen dem Aschram und dem College liegt) zu Seiner zeitweiligen Residenz gemacht. Er kam jeden Tag im Auto von dort; gab den Devotees Darshan in der Sai Ram Halle und saß dann mit den Studenten und Lehrern in Kalyan Mandapam. Da es Ferienzeit war, schienen wir die einzigen Studenten dort zu sein, und wir träumten davon, dass sich uns eine goldene Chance bieten könnte. Jedoch nach dem Darshan ging Bhagavan immer hinüber zum Bau-Gelände und danach stieg Er ins Auto und kehrte nach Devi Nivas zurück. Unsere Gruppe von acht Studenten war deutlich enttäuscht, denn wir hatten für diesen Tag ein Weiterfahrt-Ticket mit dem Zug; und unser Zweck, weshalb wir Brindavan besucht hatten, schien mit diesem Ablauf der Ereignisse vereitelt zu sein. Ein Ertrinkender ist bereit jeden Strohhalm zu ergreifen. Einer unserer Lehrer schlug vor, dass wir nach Devi Nivas gehen sollten um unser Glück zu versuchen. Wir liefen geschwind dort hin, aber die Tore waren verschlossen. Bhagavan war drinnen und wir waren draußen. Plötzlich erschien ein bekanntes Gesicht auf der Bühne. Es war einer von Bhagavans Fahrern. Wir erkannten uns, und er bot sich an, unsere Briefe mit hinein zu nehmen, falls welche da wären. Wir übergaben ihm alle Briefe für Bhagavan, außer einem, den ich bei mir hatte. Kurz bevor ich Puttaparthi verlassen hatte, war ein älterer Mitstudent zu mir gekommen und wollte, dass ich einen Brief an Bagavan persönlich übergeben solle, da es ein besonderer Brief sei. Ich fragte ihn, ob ich den Brief auch jemand anderem übergeben könnte, falls ich nicht die Chance bekäme, es selbst zu tun. Der Junge zögerte und sagte dann, dass ich ihm den Brief in einem solchen Fall nach den Ferien zurückgeben sollte. Etwas später kam der Pförtner des Brindavan Jungen Hostels mit seinem Auto heraus, und wir trafen ihn am Tor. Wir erklärten ihm unsere Notlage, und er schlug vor, wir sollten Bhagavan einen Brief schreiben, welchen er dann, wenn er in einigen Minuten zurückkäme, mit hinein nehmen würde. So setzten wir uns also hin und schrieben unserem Herrn gemeinsam diesen Brief:
„Wenn Du Mich brauchst, hast Du Mich verdient!“ Oh, die Seligkeit dieses Augenblicks! Aus den Tiefen der Verzweiflung wurden wir in die Höhen der Ekstase transportiert. Bhagavan hatte sich schon zurückgezogen, und nur für eine Handvoll Studenten war Er noch einmal herausgekommen. In diesem Moment waren wir uns deutlich bewusst, welches Glücksgeschenk wir bekamen. Meine Hände zitterten, als ich den Brief meines älteren Studienkameraden überreichte. „Haath me dene ko bola naa. Haath me dene ko bola (Er bat dich, dies nur in Meine Hände zu geben, nicht wahr?)“, bemerkte Bhagavan wissend. Meine Haare standen mir zu Berge und ein freudiger Strom des Entzückens ging durch meinen ganzen Körper, als ich Seine Worte hörte. Wir waren von Angesicht zu Angesicht mit unserem Gott, dem allwissenden Gott, dem ewigen Zeugen des ganzen kosmischen Spiels, aber im nächsten Moment unterlagen wir schon wieder der Täuschung. Bhagavan fragte liebevoll nach unseren Heimatstädten, und wir begannen wieder wie Dummköpfe den All-Wissenden zu informieren. Seine Ehrfurcht-gebietende Allwissenheit wurde von der Süße Seiner persönlichen Nähe aufgesogen. Er verteilte Vibhuti-Prasad an uns alle. Ein Student bat um Prasad für die Eltern, und wir bekamen eine z weite Prasad-Runde ausgeteilt. Ein anderer Junge informierte Swami, dass seine Großmutter uns begleiten würde. „Setzt sie in einen Hubschrauber.“ Bhagavans Antwort enthüllte wiederum Seine Allwissenheit, denn sie hatte am vorherigen Abend über die Schwierigkeiten geklagt, die wir hatten , Hotelunterkunft zu besorgen.
Unvorhersehbar, aber sicher ist Seine Gnade! Die Jahre vergingen, und ich kam zum Ende meines Abschlussjahres in M.Com. (A.d.Ü.: Master of Commerce). Die Tür unseres Klassenraumes und das Institut in Puttaparthi öffnete sich zum Korridor des ersten Stockwerks und war immer verschlossen. So war der Eintritt in unseren Klassenraum nur durch den benachbarten Klassenraum möglich. Eines Morgens, während des Unterrichts, öffnete sich plötzlich die Tür und Bagavan stand da. Das war sehr ungewöhnlich und vorher noch nie vorgekommen. Wenn Er sonst früher zum College kam, besuchte Er immer nur das naturwissenschaftliche Labor, aber nicht die Klassenräume der Abteilung Handel. An jenem Tag hatte Er einige Sadhus (Mönche) mitgebracht, die die Sadhu Samelan - Gesellschaft in Puttaparthi organisierten. Sie hatten einen entsprechenden Hintergrund im Fach Handel und so hatte der Herr entschieden, ihnen die Abteilung Handel zu zeigen. Voller Ehrfurcht und Freude standen wir alle auf, als Swami unseren Professor begrüßte. Der Vize-Kanzler, Mr. S.N. Saraf, der Baba in den Klassenraum gefolgt war, bemerkte einen meiner Klassenkameraden und sagte zu Bhagavan: „Swami, dieser Junge sprach heute in der Gebets-Halle über Sami Vivekananda.“ „Wie sprach er?“ fragte Bhagavan. „Sehr gut“, antwortete der Vize-Kanzler. Bhagavan winkte den Studenten zu sich und forderte ihn auf padanamaskar (Berührung der Füße) zu nehmen. Dann segnete Er uns alle und ging. Später sagte mein Klassenkamerad zu mir: „Du hast viele Male in Bhagavans Gegenwart gesprochen, ich hatte nie die Gelegenheit. Das einzige Mal, dass ich eine Ansprache gehalten habe, war im College. Aber Swami ist den ganzen Weg zu unserem Klassenzimmer gekommen, um mir padanamaskar zu geben.“ Wann, wo, wie und wem Swami Seinen Segen schenkt, kann niemand vorhersagen. Wir müssen Seine Unvorhersehbarkeit lieben und müssen immer bereit sein Seine Gnade zu empfangen.
Bhagavan kam zu uns und sagte zu dem Pförtner: „Ich bin sehr glücklich mit der Arbeit der Jungen und ihrer Lehrer.“ Dann ging er zu dem Platz, wo die Lehrer saßen, zeigte auf einige Lehrer und fragte: „Wer hat den ganzen Tag gearbeitet?“ „Wir haben alle zusammen gearbeitet, Swami“, antworteten alle Lehrer im Chor und Swami war damit zufrieden. Sofort wurde meine Stimmung angehoben und die Niedergeschlagenheit und Enttäuschung, die meinen Geist umwölkt hatte, verschwand wie in einem Traum. Bei tieferem Nachdenken konnte ich dann erkennen, dass Sai die Ereignisse dieses Tages so gewollt hatte. Was Er schätzte und bestätigen wollte, das war der ernsthafte, entschlossene und hingebungsvolle Einsatz, den jeder einzelne von uns geleistet hatte. Während die Welt das Cricket-Spiel genoss, lernten wir unsere eigene spirituelle Lektion von Liebe und Hingabe. Das Glück liegt darin, Seiner Weisheit zu vertrauen Bhagavans Geburtstags-Feier von 1989 näherte sich. Bhagavan hatte mir erlaubt nach den Geburtstags-Feierlichkeiten nach Delhi zu reisen, um dort einige persönliche Dinge zu erledigen und in 15 Tagen wieder zurück zu kommen. Am 24. November bat ich Ihn um innere Führung bezüglich meiner Abfahrt. Er sagte mir, ich solle am folgenden Tag abfahren. Nach dem Bhajan-Singen ging ich zu einem Devotee, der auf meine Bitte hin mir für diesen Tag ein Ticket reserviert hatte. Ich entschuldigte mich bei ihm und erklärte die neue Entwicklung. Der Devotee sagte, ich solle mir keine Sorgen machen und er würde das Ticket wieder zurückgeben. Es schien mir etwas komisch, ein reserviertes Ticket von Puttaparthi nach dem Geburtstag zu canceln, um dann früher ohne Reservierung zu fahren. Aber wenn dies der Plan des Herrn war, dann war’s das.
Wenn wir uns unsere chaotische Welt heute anschauen, könnten wir glauben, dass Gott einen Plan hat, der aber hoffnungslos daneben gegangen ist. Das göttliche Mysterium enthüllt sich allmählich, nach und nach, Schritt für Schritt. Es ist wie ein Aktion-Krimi, in dem die Spannung erst nachlässt, wenn Du den ganzen Film zu Ende gesehen hast. Wir sind wirklich mit großem Glück gesegnet, Zeitgenossen des lebenden und liebenden Avatars unseres Zeitalters zu sein. Es ist unsere Pflicht, Ihm zur Seite zu stehen und in Seiner glorreichen Mission mitzuhelfen. Das Spiel ist Seins; die Rolle ist Sein Geschenk; der Text ist von Ihm geschrieben; Er ist der Direktor; Er entscheidet das Kostüm und das Dekor, die Gesten und den Ton, den Auftritt und den Abgang. Wir müssen die Rolle spielen und Seinen Applaus bekommen, wenn der Vorhang fällt. Durch unsere Effizienz und unseren Enthusiasmus erhalten wir den Verdienst, höhere und höhere Rollen zu spielen - das ist der Sinn und Zweck des Lebens. -Mit freundlicher Genehmigung: “Hridaya Brindavan 2005)-
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