Mai 2007 - Jahrgang 1 - 5. Ausgabe


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„Er ist mein Swami“

Teil - I


Dies ist die Niederschrift einer Unterhaltung zwischen Frau Padma Kasturi, der Tochter von N. Kasturi, und Frau Rajeswari Patel, einer ehemaligen Studentin und Fakultätsmitgliedes im Anantapur Campus der Sathya Sai Universität, die von Radio Sai vor wenigen Wochen gesendet wurde. Der Dialog beginnt nach einigen einführenden Worten von Frau Rajeshwari Patel.

Wer hat noch nicht von Prof. Kasturi gehört – dem berühmten Übersetzer von Bhagavans Reden und dem Biographen der göttlichen Lebensgeschichte von Shri Sathya Sai Baba? Prof. Kasturis Stil war unnachahmlich und unübertroffen. Für Millionen Devotees ließ er die spannenden und belebenden Ereignisse dieser frühen goldenen Jahre lebendig werden.

Man fühlt sich wie anwesend im Geschehen, wenn man Swamis Biographie Sathyam, Shivam, Sundaram liest. Er hatte wirklich einen ganz eigenen Kasturi-Ton. Es ist nicht mehr möglich, Herrn Prof. Kasturi ins Studio von Radio Sai zu bitten! Aber wir haben heute einen ganz besonderen Menschen bei uns, jemanden, der seine wertvolle Hinterlassenschaft geerbt hat – vielleicht nicht wie die Erben der Tatas oder Birlas (bekannte Geschäftsfamilien von Indien) und anderer, sondern etwas Reicheres und Andauernderes – nämlich göttliche Gnade und Nähe.

Frau Padma – von Bhagavan liebevoll als Padmamma bezeichnet – ist die Tochter von Prof. Kasturi. Im Allgemeinen wenig bekannt bei den Leuten, hat sie doch nun schon seit vielen Jahren ihre stille Anwesenheit im Prashanti Nilayam Aschram fühlbar gemacht.
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Rajeshwari Patel (RP): Willkommen Frau Padmamma bei Radio Sai Global Harmony.

Padma Kasturi (PK): Danke, Rajeshwari.

RP: Lassen Sie uns zuerst über Ihren Vater sprechen. Wann kam Ihr Vater zu Bhagavan und wie alt waren Sie damals?

PK: Wir sahen Bhagavan 1948 in Bangalore, ich war damals gerade 14 Jahre alt.

RP: Erzählen Sie uns etwas über das frühe Leben Ihres Vaters – bevor er zu Bhagavan kam.

Die frühen Jahre von Prof. Kasturi und sein erstes Treffen mit Sai Baba

PK: Er wurde im Staat Kerala geboren, in Tripunittura im Distrikt Ernakulam. Er kam aus einer schwer belasteten Familie – er verlor seinen Vater, als er erst vier Jahre alt war. Seine Ausbildung war sehr ärmlich und sein Großvater wollte, dass er die vedische Schule besuchte, weil er ihm keine englische Schulausbildung bieten konnte.

Aber meine Großmutter bestand darauf, dass er die englische Schulbildung durchlaufen sollte; so konnte er, mit der Hilfe ihres Bruders, bis zur High School gelangen, wo er seinen Abschluss bekam und auf diese Weise mit dem Bachelor of Arts (B.A.) abschließen konnte. Danach fand er eine Arbeit in Travancore; er war schon verheiratet worden, als er gerade 14 Jahre alt war!

RP: Aber sein Englisch ist exzellent! Die Sprache in Sathyam, Shivam, Sundaram (Biographie Sai Babas) und in Sai Baba Spricht (Sammlung der Ansprachen Sai Babas) ist einfach wunderbar!

PK: Ja. Er kam für eine Arbeitsstelle nach Mysore. Als er 21 Jahre war, bekam er eine Stelle als Lehrer an einer High School, dann wurde er an die Universität übernommen und blieb dort, bis er nach seinem Ausscheiden zu Swami kam und sich hier niederließ – er blieb 40 Jahre lang im Ashram.

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RP: Also in welchem Jahr kam er zu Bhagavan?

PK: Wir trafen Swami 1948 in Bangalore. 1947 hatte ich einen meiner Brüder verloren – er war an Typhus erkrankt. Mein Vater war damals sehr mit der Ramakrishna Mission verbunden. Als er noch in der High School war, war einer der Lehrer sehr beeindruckt von Swami Vivekananda und pflegte viel über ihn zu erzählen, von da an war mein Vater Sri Ramakrishna Pramahamsa sehr zugetan.

RP: Nun, wer war in jungen Jahren nicht beeinflusst gewesen durch Swami Vivekananda!

PK: Mein Vater diente dem Ramakrishna Ashram in Mysore 25 Jahre als Sekretär. Aber dann, als er seinen Sohn verlor, wurde er sehr depressiv. Meine Mutter war eine glühende Verehrerin Lord Venkateswaras von Tirupathi, aber sie verloren alle ihre Hoffnung.

Wie das Göttliche Kasturis gesegnetes Schicksal vorbereitete ...

Drei Monate nach meines Bruders Tod traf mein Vater einen seiner alten Freunde wieder, der inzwischen ein Devotee von Sai Baba war. Dieser Freund war zu den Dasara-Feierlichkeiten hierher gekommen. Nach der Veranstaltung kam er nach Bangalore und brachte uns Prasad und sagte: „Da ist ein Sai Baba in Puttaparthi. Warum geht Ihr nicht dorthin? Ihr werdet etwas Trost und Frieden finden.“

Aber meine Mutter wollte das nicht, sie lehnte das ab und sagte: „Kein Sai Baba kann helfen, weil keiner mir geholfen hat – nicht einmal mein Tirupathi Rama! Wie kann Sai Baba mir helfen?“

Aber nach all dem geschah es irgendwie, dass mein Ehemann – Balachandran –, damals noch Student, zum Unterricht an die Universität zu meinem Vater kam.

Er war ein entfernter Verwandter und pflegte dahin zu gehen und sie waren alle schon Devotees von Sai Baba. Jedesmal, wenn er kam, pflegte er über Swami zu sprechen. Mein Vater wurde nun doch etwas neugierig und sagte: „Dieser junge Mann redet so viel über Sai Baba, lasst uns hingehen und sehen!“ Swami war nach Bangalore gekommen und so sind wir hingegangen und haben ihn besucht. Schon beim allerersten Treffen gab Swami meinem Vater ein Interview!

RP: Beim allerersten Besuch? Wurden Sie alle gerufen?

PK: Meine Mutter, mein Vater und ich waren hingegangen, aber wir wussten nicht, ob wir alle zum Interview hineingehen sollten. Er hatte meinen Vater gerufen, so ging er alleine. Und er sagte alles – über den Tod meines Bruders und seine Arbeit am College, und dann forderte Er ihn auf: „Nach Deiner Pensionierung musst Du nach Puttaparthi kommen und Dich hier niederlassen.“

RP: Nach diesem ersten Interview, was war der erste Eindruck von Swami? Hat Ihr Vater irgendetwas darüber erzählt, wie er sich fühlte? Das war ein Befehl, sich nach dem Ausscheiden aus dem Beruf bei Swami niederzulassen....

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PK: Er fühlte eine Kraft, aber fühlte noch nicht das Göttliche, denn Swami war zu dieser Zeit noch zu jung. Er war erst 22 Jahre alt!

RP: Ja. Er war damals erst 22!

PK: Er sagte, es sei etwas ganz Wunderbares in diesem jungen Mann. Das ist alles, was er fühlte.

RP: Bekam er denn diesen Trost, dessentwegen er gekommen war?

PK: Nein. Nicht im ersten Interview. Das geschah alles erst nach meiner Heirat. Denn wenn Balachandran nach dem Unterricht an der Universität zu uns nach Hause kam, dann fühlten meine Eltern, dass es schön wäre, wenn sie ihre Tochter mit ihm verheiraten könnten – denn er hatte ein sehr gutes Benehmen. 

„Das ist Mein agya!”

So haben sie also seine Eltern besucht und gefragt, aber die wollten nicht. Aber durch sie haben sie eine andere Verbindung geknüpft. Es war beinahe sicher, dass diese Leute kommen würden. Es gab nun einmal diese Formalitäten, durch die sie durch mussten.

Eines Tages – es war an einem Donnerstag – ging mein Vater zu ihrem Haus. All das war durch die Familie Balachandrans organisiert worden. Er bat sie, die andere Familie zu unserem Haus zu bringen, um das Mädchen zu sehen. Aber zu dieser Zeit war Swami in Bangalore und an diesem Donnerstagmorgen kam Er im Traum zu meinem Schwiegervater und sagte zu ihm: „Komme sofort zu mir, ich habe die Heirat Deines Sohnes arrangiert!“

RP: Also, noch bevor dieses Treffen mit dem anderen Jungen arrangiert werden konnte, hatte Swami bereits alles geändert.

PK: Ja. Mein Schwiegervater ließ sich von der Arbeit befreien und ging zu Swami. Swami sagte: „Schau, wir haben die Heirat Deines Sohnes arrangiert. Sechs Jahre lang haben sie Dich gefragt, und Du hast das immer zurückgewiesen! Sie ist ein sehr gutes Mädchen und Du musst ihn in diese Familie einheiraten. Ihr Vater ist Professor und sein Haus liegt in der Nähe von Wilson Garden...“ und Er zählte alle Einzelheiten auf! Und dann sagte Er: „Das ist mein agya (Befehl)!“

RP: Sein Befehl!

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PK: Ja. Als mein Vater also zu ihrem Haus kam, sagten sie: „Swami hat alles arrangiert, wir sollen sie miteinander verheiraten!“ Mein Vater war sehr glücklich, als er nach Hause kam. Und am nächsten Tag gingen unsere beiden Familien zu Ihm – Swami hielt sich in Mrs. Nagamani Purnaiyas Haus auf. Wir gingen alle hin und Swami rief beide, meinen Vater und meinen Schwiegervater, und sagte: „Das ist eine sehr gute Verbindung und Ihr solltet diese beiden jungen Menschen miteinander verheiraten. Die Hochzeitsfeier wird hier in Puttaparthi stattfinden. Ihr könnt einen Termin vereinbaren und nach Puttaparthi kommen.“

RP: Sie waren noch nie in Puttaparthi gewesen?

PK: Nein. Deshalb bat Er meinen Vater, einmal Puttaparthi zu besuchen und sich diesen Ort anzuschauen.

RP: Ist er nach Ihrer Hochzeit aus dem Berufsleben ausgeschieden?

PK: Er ist 1954 in Rente gegangen. Wir heirateten 1950.

RP: Und seitdem hat Ihr Vater in Puttaparthi gelebt!

PK: Ja. Mein Vater und meine Mutter kamen nach Puttaparthi und schauten sich dort um.

RP: Aber in der Zwischenzeit, vor seinem Ausscheiden aus dem Beruf, hatte er da irgendwelche Treffen mit Swami?

PK: Nein. Gar nichts.

RP: Also ging er nur zum Darshan, wenn Swami nach Bangalore kam?

PK: Ja, nur zum Darshan – zu keinem Interview. Das war alles nach meiner Hochzeit, die hier stattfand.

RP: Und natürlich fiel das doch irgendwie auch mit seiner Pensionierung zusammen.

PK: Ja. Er kam 1954 nach Puttaparthi und ging dann aber nach Bangalore zurück, weil er zum Regie-Assistenten von All-India Radio berufen wurde. 1956 kam er dann nach Parthi zurück, weil die Zeitschrift Sanathana Sarathi gegründet werden sollte.

RP: Dann ist er 1987 gestorben…nach rund 30 Jahren Ruhestand!

PK: Ja, nach 30 Jahren.

Tiefe Vertrautheit mit dem Göttlichen
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RP: Nun, wie war denn die Beziehung zwischen Ihrem Vater und Bhagavan?

PK: Sie war sehr, sehr eng – Ich möchte sagen, wie Vater und Sohn, oder sogar wie Freunde. Swami mochte ihn sehr gerne. Er gab ihm immer gutes Essen und lud ihn zum Essen ein, und Er nahm ihn bei all Seinen Reisen mit.

RP: Soweit ich mich erinnere, war er in diesen frühen Jahren Übersetzer – er begleitete Bhagavan auch nach Ostafrika, denn dort habe ich ihn zum ersten Mal gesehen.

PK: Ja, er ging nach Ostafrika und folgte Ihm auf fast allen Reisen!

RP: Und er war auch wirklich ein guter Übersetzer!

PK: Ja.

RP: Sie sagten, er sei in Kerala geboren, wie lernte er denn dann die Telugu-Sprache?

PK: Er lernte auch Kannada, und nachdem er nach Mysore gekommen war, schrieb er viele Bücher in Kannada. Und nachdem er dann nach Andhra Pradesh gekommen war, lernte er auch noch Telugu.

RP: Und er war so geübt, dass er übersetzen konnte. Er konnte auch Bhagavans poetische Sprache ganz leicht übersetzen!

PK: Ja, das war für ihn ein Geschenk von Bhagavan!

RP: Haben Sie Erfahrungen, die diese enge Beziehung betreffen, die Sie mit uns teilen möchten?

PK: Die beiden waren sehr eng zusammen! Als Swami diese Lähmungserscheinung hatte, war mein Vater bei Ihm und hat Ihn während der ganzen Zeit begleitet. Auch als Swami in Goa war und diese Blinddarmoperation hatte, musste mein Vater alles für Swami buchen und nach Ceylon (Sri Lanka) fahren, um mit Ihm zu gehen.

RP: Er war Zeuge von vielen dieser bedeutenden Geschehnisse in Swamis Leben. Er hatte großes Glück, Ihm so nahe sein zu dürfen, und er war deshalb auch ein so guter Biograph, weil er vieles mit eigenen Augen sah.

PK: Ja, als er nach Puttaparthi kam, sagte Swami wirklich zu ihm: „Nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben kommst Du und bleibst hier und schreibst meine Biographie.“

RP: Oh, auch das hat Er ihm schon befohlen! Hat er also angefangen, sich Notizen zu machen?

PK: Ja. Swami sagte ihm: „Ich will Dir helfen und Dir sagen, wen Du interviewen musst.“ Die Biographie war fertig, aber ich glaube, sie wurde 1964 veröffentlicht.

Prof. Kasturi – Ein Herz aus Gold

RP: Und wie war Ihre Beziehung zu Ihrem Vater?

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PK: Da mein Vater Lehrer war, war er auch immer ein Vorbild für uns. Da meine Familie Anhänger Ramakrishnas war, und er diese Dörfer und benachteiligten Landstriche liebte, pflegte Vater alle von uns und auch seine Studenten zum Dienst mit in die Dörfer zu nehmen – wie Swami das tut – zum Grama Seva. Zu der Zeit wurde kein Essen verteilt, aber er pflegte die Leute über Sauberkeit und Gesundheit zu belehren. Auch wollte er helfen, wenn es Streit und Zwistigkeiten in den Dörfern gab.

RP: So ist er also von Tür zu Tür gegangen und hat zu den Leuten über Gesundheit und Hygiene gesprochen?

PK: Ja. Und er pflegte uns Kinder zu bitten, mit diesen armen Kindern zu spielen, damit sie sich selbst sauber hielten. Und am nächsten Tag pflegten ihre Mütter sie in ein Bad zu stecken und sie ordentlich und sauber zu halten, damit sie mit uns spielen konnten! Manchmal brachte er auch Dörfler und Leute der benachteiligten Landstriche nach Mysore, damit sie die Stadt sehen konnten!

RP: Sie hatten gerade gesagt, dass Ihr Vater nach Ihrer Hochzeit erst richtig zu Swami kam, obwohl er ihn schon seit 1948 kannte. Meinen Sie nicht, dass es Ihr Vater war, der sie alle zu Swami brachte? Er war bereits in der Ramakrishna Mission und sehr tief eingebunden in deren Aktivitäten, so dass es eine ganz natürliche Ergänzung war, jetzt zu Swami zu kommen.

PK: Natürlich. So war das.

RP: Welche Art von Einfluss hatte Ihr Vater auf Sie?

PK: Mein Vater mochte nie japam, dhyanam (Singen, Meditation etc.) und solche Sachen, weil Swami so sehr für den sozialen Dienst und die Speisung der Armen war. Mein Vater mochte das, weil sie auch in der Ramakrishna Mission diesen Daridra Narayana Seva hatten – auch Swami Vivekananda war sehr dafür gewesen.

RP: Ihr Vater fühlte sich also sehr zu diesem ‚Dienst an den Unterdrückten‘ hingezogen?

PK: Ja. Er mochte diese Lehren Swamis sehr und fühlte sich davon sehr angezogen.

RP: So wurde wohl auch Ihre innere Einstellung in dieser Weise geformt.

PK: Ja, natürlich.

Göttliches Mysterium stürzte den Professor in Glückseligkeit

RP: Was waren nun Ihre Reaktionen auf die Erfahrungen Ihres Vaters mit Swami? Kam er nach Hause und hat über seine Erfahrungen berichtet? Ich habe von einem Vorfall gehört, bei dem Prof. Kasturi von Bhagavan aufgefordert worden war, gut gekleidet für ein Foto zu kommen, das Er selbst machen wollte – anscheinend für einen Zeitungsartikel.

Vorhin hatten wir über die Nähe zwischen den beiden gesprochen; wie war das, als herauskam, dass Swami ihm nur einen Streich gespielt hatte, weil die Kamera bloß ein Spielzeug war? Und Bhagavan konnte herzhaft lachen, dass er Prof. Kasturi verlegen gemacht hatte. Waren Sie damals dabei? Kam er nach Hause und hat davon erzählt?

PK: Nein. Ich war nicht hier gewesen, ich war in Bangalore.

RP: Gibt es andere Vorfälle, über die Sie uns erzählen können?
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PK: Ja. Ich kann über einen Vorfall berichten. Früher pflegte Swami in Trance zu gehen und dabei Menschen an entfernten Orten Darshan zu geben. Nachdem er aus der Trance zurückkam, pflegte er uns alles zu erzählen, was dort geschehen war. Aber mein Vater war nie recht zufrieden – er war sich überhaupt nicht sicher über das, was Swami erzählte, nachdem er aus der Trance zurückgekommen war.

RP: Ob das nun wahr sei oder nicht?

PK: Ja. Aber einmal, als mein Vater bei Swami in seinem Raum war, fiel Swami hin und ging in Trance, und aus seinem Mund und aus seinen Händen kam Vibhuti. Und nachdem Er aus der Trance zurückgekommen war, sagte Er: „Ich war in Dehradun gewesen, weil ein gewisser Dr. Krishnamurti, der hierher nach Puttaparthi kommt – nun, seine Mutter ist gestorben und hat Mich um Meinen Darshan gebeten, und in ihrem letzten Augenblick bin ich gegangen und habe ihr Darshan gegeben.“

Dann begann Er zu erzählen, wer sonst noch dort gewesen war und mein Vater wurde sehr interessiert und bat Swami, sich Notizen machen zu dürfen. Swami gab ihm ein Stück Papier und Vater machte sich Notizen darüber, wer sonst noch alles dort gewesen und was alles geschehen war usw.

Dann sagte Swami: „In 3 bis 4 Tagen wird ein Brief hier ankommen, und dann kannst Du Deine Liste bringen und damit vergleichen!“ Nach 4 Tagen kam der Brief, aber Er öffnete ihn nicht! Er ließ meinen Vater rufen.

RP: Er wusste genau, dass der Professor nicht so recht überzeugt war!

PK: Ja! Mein Vater ging dann hin und Er bat ihn, beides vorzulesen – den Brief und seine Notizen – und es war exakt das Gleiche!

RP: Der Brief stimmte genau überein mit dem, was Swami erzählt hatte!

PK: Ja! Mein Vater war deshalb sehr erregt und kam vom Mandir nach Hause gerannt und rief: „ Anandam! Anandam!” (Glückseligkeit! Glückseligkeit!) Ich war da, aber ich wusste nicht, was ihm geschehen war! Er sagte: „Oh! Wir haben einen Bhagavan bekommen! Wie glücklich sind wir! Bhagavan! Bhagavan!“ Er aß nichts mehr – er war so aufgeregt!

RP: Er befand sich selbst in einem Zustand der Glückseligkeit!

PK: Ja! Meine Großmutter, die da war, war sehr besorgt: „Oh! Was ist meinem Sohn nur zugestoßen?“ Als wir ihm Tee anboten, wollte er den auch nicht! Er sagte: „Nein! Bhagavan ist hier! Ich brauche gar nichts mehr, wenn unser Bhagavan hier ist! Wir haben einen Bhagavan bekommen! Warum sollte ich sonst noch etwas brauchen?“

Damals pflegte Swami während des abendlichen Bhajansingens in die Häuser der Leute zu kommen. Er kam bei uns vorbei und fragte meine Großmutter: „Wie geht es Kasturi? Was treibt er?“ Sie rief: „Oh Swami! Er isst einfach nichts mehr. Alles, was er sagt, ist: ‚Wir haben einen Bhagavan bekommen!‘ Ich weiß nicht, was mit ihm geschehen ist!“ Daraufhin sagte Swami: „Wenn die Wahrheit offenbart wird, geschieht so etwas! Mach Dir keine Sorgen! Ich werde ihn in Ordnung bringen!“

Nach dem Bhajansingen rief Er meinen Vater, nach oben in Sein Zimmer und scherzte mit ihm und gab ihm etwas zu essen und dann brachte Er ihn wieder herunter!

RP: Zurück auf die Erde!

PK: Ja. Das war eine wirklich große Sache.

RP: Wie fühlt sich das an, die Tochter von Professor Kasturi zu sein?

Kasturis Tochter sein…

PK: Natürlich bin ich sehr stolz. Mein Vater lebte ein sehr heiliges Leben und alle mochten und liebten ihn, es gab niemanden, der etwas gegen ihn hatte. Das zu erhalten – als Kasturis Tochter – ist sehr schwierig. Denn sobald jemand sagt: „Sie ist Kasturis Tochter!“, schauen mich alle ganz anders an!

RP: Natürlich tun sie das! Ich denke auch, dass einige der Vornehmen schon versucht haben, sich in Ihrem Licht zu sonnen. Nun, was fühlen Sie denn angesichts der Veränderungen, die sich in den vergangenen Jahren ergeben haben – was Bhagavan damals war und was Er nun ist? Swami ist für uns nicht mehr gut erreichbar – Er war damals für Sie alle so gut erreichbar – tut diese Veränderung weh?

PK: Ja, manchmal tut es mir weh – denn ich muss sagen, dass ich in den vergangenen 25 Jahren kein Interview oder Ähnliches mehr bekam. Aber ich bin sehr stolz darauf und auch sehr glücklich darüber – denn die ganze Welt ist zu Ihm gekommen und sie haben alle begriffen, dass Er Gott ist.

Zur damaligen Zeit war die Nähe so groß, dass ich – zumindest für mich selbst – sagen kann, dass ich das Göttliche in Ihm nicht spürte. Die Beziehung war damals eine andere. Er war wie ein Familienmitglied – Er pflegte zu uns nach Hause kommen und mit uns zu sprechen und mit den Kindern zu spielen...

„Er ist mein Swami!”

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RP: Und doch, Er war näher als ein Familienmitglied!

PK: Ja. Aber jetzt, auch wenn die Nähe nicht mehr da ist, die Art und Weise, wie die ganze Welt danach verlangt auch nur einen Schimmer von diesem Darshan zu erhalten; das macht mich stolz – denn Er ist m e i n Swami!

RP: Der, der jetzt von so vielen Menschen verehrt wird!

PK: Ja. Manchmal bin ich unglücklich darüber, dass Er nicht mehr erreichbar ist und diese Tage endgültig vergangen sind. Dann spüre ich den Wunsch: „Kann er mich nicht noch einmal ‚Padmamma‘ nennen?“ Ich möchte dann diese süße Stimme hören, aber sie ist nicht mehr da! Aber ich muss zufrieden sein...

RP: Wie ertragen Sie das alles? Ich meine in dieser Zeit, in der Sie wissen, dass Er für uns nicht mehr erreichbar ist, wie Er es einmal für Sie war – woher nehmen Sie da die Kraft?

PK: Du erinnerst Dich einfach an alles, was geschehen ist, und bist glücklich mit diesen Erinnerungen.

RP: Sie haben sehr viele Erinnerungen, nicht war?

PK: Ja. Ich habe diese Dinge nicht vergessen, obwohl ich 19 Jahre mit meinem Vater hier lebte. Ich habe so viel anderes vergessen, aber von Swami – von allen Interviews, die ich bekommen habe – habe ich eine Menge guter Erinnerungen. Ich kann mich an alles erinnern und auch alles erzählen.

(Fortsetzung folgt...)

H2H Team
Engl.Original Titel vom Mai 2007


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