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| Juni 2007 - Jahrgang 1 - 6. Ausgabe |
Unnachahmliche LiebeMs. Lakshmi S. Menon
Viele Momente machen ein Leben aus – glückliche und traurige, einige bemerkenswert, andere banal. Es gibt aber bestimmte „Sternstunden“, die überstrahlen alle anderen in unseren Leben, weil sie erfüllt sind von der Gegenwart Gottes. Wie aber fühlt es sich an, wenn wir die zärtliche Liebe und das unendliche Mitgefühl eines lebenden, liebenden Gottes erfahren dürfen, der uns überschüttet mit Seiner Liebe und Gnade in Seiner körperlichen Anwesenheit und uns umhüllt mit Seinem Göttlichen Schutz, wenn wir nicht in seiner Nähe sind? Solche Momente gibt es viele im Leben derer, die Bhagavan verehren; die Verbindung jedoch, die er zu Seinen Studenten hat, ist wahrhaft einzigartig. Gott ist in jedem Moment Teil von uns
Vom kleinsten Bedürfnis bis zu den größten Notlagen erfahren wir Swamis aufmerksame und liebevolle Fürsorge. Sie zeigt sich auf ganz praktische Art und Weise. Zu unserer Überraschung stellen wir fest, dass Gott absolut eingebunden sein möchte in unsere Leben. Er möchte uns in jeder Weise helfen. Wir sind es, die Ihn ausschließen, weil wir manchmal denken, wir sollten Swami nicht „belästigen“ mit törichten Angelegenheiten. Der Allmächtige und Allgegenwärtige kann nicht belästigt werden. Der Allwissende weiß um alles; aber Er möchte, dass wir um Hilfe bitten, damit wir uns darüber klar werden, was wir wirklich wollen. Durch unser Vertrauen zu Ihm schaffen wir diese liebevolle Verbindung zum Göttlichen.
Überlegene Liebe im Spiel Es war im Frühjahr 1992. Wir waren eine Gruppe von 21, unterwegs von Anantapur nach Kerala. Viele von uns hatten ihre Studien beendet. Deshalb hatten wir eine Menge Gepäck bei uns. Ich weiß bis heute nicht, wie uns das passieren konnte, heute wäre es ein unvorstellbares Risiko; aber wir hatten für den Tag unserer Heimreise nur gültige Fahrscheine ohne Reservierung. Wir bestiegen den Zug auf dem Bahnhof von Anantapur am späteren Vormittag, und sollten alle am nächsten Tag in verschiedenen Teilen Keralas ankommen. Als der Zug einfuhr, drängten wir uns in den Wagen, der vor uns stand. Einige von uns steckten wie Flüchtlinge in der Nähe der Toiletten fest; aber, jung und belastbar wie wir waren, brachte uns das nicht um unsere gute Stimmung! Wir dachten, dass wir die Situation mit dem Fahrkartenkontrolleur abklären würden, wenn er käme, und uns bis dahin keine Sorgen machen sollten, nach dem Motto: Eine Brücke lässt sich erst überqueren, wenn man sie erreicht hat! Nach einer Weile fanden wir zu unserer Bestürzung heraus, dass unser Wagen nur eine relativ kurze Strecke mit diesem Zug mitlief und dann auf einem Bahnhof, den wir gegen Mitternacht erreichen sollten, an einen anderen Zug angekoppelt werden würde. Deshalb entschieden wir uns, auf dem Bahnhof von Dharmavaran auszusteigen und uns einen Wagen zu suchen, der bis zu unserem Ziel mitfuhr. Mit Tonnen von Gepäck, war das wirklich eine gewaltige Aufgabe. Wie geplant, stiegen wir in Dharmavaran aus und waren dabei, unsere Koffer, Beutel und Taschen nach vorne zu transportieren, indem wir sie in einer „Menschenkette“ weiterreichten, als ein Zugbegleiter mich ansprach und wissen wollte, was wir da machten. Ich hatte wirklich keine Zeit für Erklärungen, deshalb murmelte ich etwas Unzusammenhängendes und fuhr fort, Gepäckstücke durchzugeben. Der Zug konnte jeden Moment abfahren. Der Beamte beobachtete uns eine Weile und fragte mich dann, ein wenig ungeduldig: „Seid ihr Studentinnen von Sai Babas College in Anantapur?“ Als ich Swamis Namen von einem völlig Fremden hörte, unterbrach ich meine Tätigkeit und wandte mich ihm aufmerksam zu.Daraufhin sagte er: „Hören Sie, junge Frau, wir haben eine Nachricht erhalten von höherer Stelle, dass eine Gruppe von Studentinnen aus Sai Babas College in Anantapur mit diesem Zug kommen würde, und dass wir 21 Plätze im Liegewagen für sie bereithalten sollten in Dharmavaran.“ Als ich ihm mit offenem Mund zuhörte, fuhr er fort: „Wenn Sie jetzt diese Plätze nicht in Anspruch nehmen wollen, stelle ich sie anderen Reisenden zur Verfügung.“ Was blieb uns anderes übrig? Schnell holten wir alles Gepäck wieder zusammen und belegten im Triumphzug unsere reservierten Plätze. Ich versuchte zu erfragen, wer dieser „vorgesetzte Beamte“ bei der Bahn war und wie er die Nachricht geschickt hatte, und so weiter; aber der Kontrolleur blieb äußerst vage und verschwand, nachdem er unsere Fahrkarten geprüft hatte. Wir hatten niemandem etwas erzählt von unserer Notlage. Wie hätten wir von der Anordnung wissen sollen, die für uns getroffen worden war? Außerdem hatten wir keine Ahnung, an wen wir uns hätten wenden müssen, um an Plätze im Liegewagen heranzukommen. Aber wären wir nicht in den „falschen“ Waggon eingestiegen, hätten wir auch diesen Zugbegleiter nicht getroffen. Es kommt nicht häufig vor im Getümmel, dass sich Menschen groß um uns kümmern, selbst, wenn wir sie direkt um Hilfe bitten. Oder, wenn sie es versuchen, kommt selten etwas Rechtes dabei heraus. In diesem Fall aber war da plötzlich unerwartet und ungefragt Hilfe in der Not. Wir waren besorgt gewesen; aber vielleicht hatten wir im überschwänglichen und vertrauensvollen Glauben der Jugend uns wirklich Swami ganz und gar hingegeben. Wir waren davon überzeugt, dass irgendwie alles geregelt werden würde. Aber niemals hätten wir uns vorstellen können, dass es auf eine so königliche Art geschehen würde! Selbstvertrauen ist Vertrauen in Sai Die Geschichte ist hier noch nicht zu Ende. Ich reiste nach Trivandrum, aber auf einem kleinen Bahnhof namens Alwaye musste ich noch einmal aus- und in einen anderen Zug umsteigen, weil dieser nicht bis zu meinem Ziel durchfuhr. Ich begab mich in den Warteraum für Frauen neben einer kleinen Cafeteria. Der Raum füllte sich schnell; aber nach einer Weile hörte ich Tumult und sah überrascht, dass die Menschen in hellen Scharen den Raum verließen. Auf Nachfrage hörte ich, dass einige Randalierer plötzlich in die Stadt eingebrochen seien, wegen eines religiösen Vorfalls, und dass ein gewalttätiger Mob sich dem Bahnhof näherte. Ich saß da fest mit meinem gesamten Gepäck und wusste nicht wohin. Ich konnte hören, wie der Pöbel herankam. Ganz still saß ich einfach da, und merkwürdig, ich empfand überhaupt keine Panik. Es war einer dieser Momente, in denen ich sicher war, dass Swami mich beschützen würde. Also wartete ich. Ich hörte das Splittern von Glas nebenan, Gebrüll und gellende Schreie. Nach einer Weile wurde es ruhig. Allmählich kamen die Leute zurück. Ich stand auf und versuchte zu erkunden, was geschehen war. Soviel fand ich heraus: die tobende Bande war bis zur Cafeteria nebenan vorgedrungen, hatte die Fenster eingeworfen und einiges mehr zerstört, und hatte sich dann einfach wieder entfernt, auf dem Weg, den sie gekommen war. Eine „unsichtbare Hand“ hatte sie dazu gebracht umzukehren und fortzugehen von der Stelle, wo ich ganz allein im Vertrauen auf den Herrn saß, ohne dessen Willen nicht einmal ein Grashalm sich bewegen kann. Derselbe Herr, der in die Rolle eines „hohen Vorgesetzten“ bei den Bahnbetrieben geschlüpft war, derselbe Herr, der auf mysteriöse Weise auf ungeschriebene Gesuche antwortete, war auch hier am Werk.
Das unnachahmlich Göttliche Wenn man im Umfeld des Göttlichen lebt, gehören Wunder zum Alltag. Nach einer Weile nimmt man sie als selbstverständlich hin. Während ich mich in Trivandrum auf das Diplom im Erziehungswesen vorbereitete, fragte mich einmal der Geistliche einer Kirche, der als Mitglied der Prüfungskommission zu uns kam, ob Sai Babas Wunder echt seien. Erschafft Er wirklich Gegenstände? Ich antwortete ihm damals, dass Wunder in Swamis Gegenwart keine Wunder sind, sondern etwas für Swami völlig Natürliches. Dass die Sonne jeden Morgen wieder aufgeht und ihre lebenserhaltenden Energiestrahlen zur Erde schickt, ist ein großes Wunder. Aber wir nehmen es als selbstverständlich hin. Wir fragen uns nicht, warum es nur Leben auf der Erde gibt und nicht auf der Venus oder auf dem Mars. Wir gehen davon aus, dass es so ist, und die Vorstellung wird zum Teil unseres Lebensgefühls. Genauso ist es mit Bhagavan Baba. Seine Verehrer glauben an Ihn, aufgrund dessen, was sie mit Ihm erlebt haben, und deshalb gibt es für sie nichts, das Ihm unmöglich wäre. Wozu also von Außergewöhnlichem oder Übernatürlichem sprechen?
Noch ein ergreifender Augenblick
Reumütig saß sie da, und schon landete ein Bonbon, beiläufig und spielerisch geworfen, genau auf ihrem Auge und verschob ihre Brille. Sie brach in Tränen aus; aber als sie sich nach einer Weile die Augen trocknete, mit klopfendem Herzen noch, weil Swami sie direkt getroffen hatte, stellte sie überrascht fest, dass sie wieder klar sehen konnte! Die schwarzen Flecken, die seit Wochen ihre Sicht gestört hatten, waren ganz einfach verschwunden! Leben mit Sai – eine ungewöhnliche Reise So ist Swami - liebevoll, einfach, natürlich, unaufdringlich, heiter und unvergleichlich mitfühlend. Er beschützt uns so selbstverständlich, sagt Er manchmal, wie die Augenlider unsere Augen schützen. Und doch will Er dafür nichts von uns zurück. Über den Wert der Dankbarkeit hat Er oft zu uns gesprochen. Der Alma Mater sollten wir dankbar sein und unseren Eltern. Er selbst erwartet von Seinen Studenten immer nur, dass sie Ihm Ehre machen und Vorbilder in der Gesellschaft sind. Sein Leben ist eine leise Saga der Liebe, und unser Leben mit Sai ist eine faszinierende Reise der Hoffnung und der Hingabe an ein wahrhaft sinnvolles Dasein. Jai Sai Ram. Mit freundlicher Genehmigung: Mathrubhumi’s „Divine Love“ Engl.Original Titel vom Juni 2007
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