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| Juni 2007 - Jahrgang 1 - 6. Ausgabe |
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DAS GRÖSSTE WUNDER DER WELT Prof. G Venkataraman
Einzigartige Philosophie – Einzigartige Persönlichkeit Um die Dinge in eine Perspektive zu bringen, möchte ich damit beginnen, auf zwei Punkte aufmerksam zu machen. Der erste betrifft die dem hier innewohnenden Erziehungs-/Bildungs-System unterliegende Philosophie und der zweite die einzigartige Beziehung zwischen Swami und Seinen Studenten. Was das erste Thema angeht, ist Swami ganz klar in Seinen Worten, dass Bildung nicht auf das Vollstopfen des Gehirns begrenzt sein darf; sondern sie muss in einer Ausgewogenheit vermittelt werden, die die Aufnahmefähigkeit des Körpers, des Geistes und der Seele berücksichtigt. Swami sagt oft, dass Bildung für das Leben, für den Sinn des Lebens ist, und nicht um seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Wenn das Leben wirklich in dem Sinn gelebt wird, der ihm gebührt, dann muss natürlich ein guter und edler Charakter die Grundlage sein; ganzheitliche Bildung ist das, was die Entwicklung und Formung eines guten Charakters ausmacht. Dieses System der Ganzheitlichen Erziehung-/Bildung wurde geschaffen und erarbeitet von Bhagavan Baba. Ausgeführt wurde es dann von dem ersten Vize-Kanzler Prof. V. K. Gokak und es hat sich seit jener Zeit höchst erfolgreich bewährt.
Die Samen wurden lange bevor Swami 1968 in Anantapur ein College für Frauen gründete, gesät. Eine bedeutende Rolle spielt, dass Sein erstes College für Frauen anstatt für Männer errichtet wurde, was schon für sich selbst Spricht. Eins muss gesagt werden: Wenn Swami etwas tun will, wünscht etwas zu tun, beschließt etwas zu tun, verliert Er keine Zeit, es in die Tat umzusetzen. So konnte gleich mit dem Unterricht für die Mädchen begonnen werden, wenn auch in vorübergehenden Unterkünften, da die Gebäude für das College noch nicht fertig gestellt waren. Die Gebäude wurden dann später bezugsfertig und wurden im Jahr 1968 gebührend vom Indischen Präsidenten, Mr. V. V. Giri, eingeweiht. Bhagavan Baba sagte anlässlich dieser Einweihungsfeier: „Indien ist dabei, in ein „Bhogabhoomi“ (dem Luxus zum Opfer fallendes Land) zu verfallen, ein Land von Wolkenkratzern, Dosennahrung, Klimaanlagen und Fernsehen. Die Inder werden zu einer Masse von Nachahmern, Aufständigen und Undisziplinierten. Sie lassen sich auf andere Gebiete der Erde verpflanzen und lassen sich darin ermutigen, ohne Wurzeln aufzuwachsen. Das ist eine Beleidigung Ihrer Vergangenheit und eine Missachtung ihrer Geschichte. Es ist ein Sakrileg der Zeitgeschichte und des einzigen Sinn und Zwecks des menschlichen Körpers gegenüber. Aus diesem Grund habe ich beschlossen, das College am Gurupurnima Tag einzuweihen; dies zur Erinnerung an die erhabenen Traditionen, in denen die höchsten Lebensideale von persönlichen Vorbildern und die Führung des Guru vorgelebt werden, die die Schüler eifrig in sich aufnehmen sollen. Der Same ist gesät, er wird sprießen und sich verbreiten, er wird reich sein an Früchten, Schatten und Sicherheit spenden und allen Wachstum verleihen.“ Ja, der Samen wurde tatsächlich gepflanzt, und was für ein majestätischer und herrlicher Baum hat sich aus diesem kleinen Samenkorn entwickelt! Erziehung und Bildung liegt Swami sehr am Herzen, und so blieb es nicht nur bei der Errichtung des Anantapur College. Er setzte sich auch gründlichst für das gute Funktionieren ein und besuchte regelmäßig Ananatapur, und blieb dort jedes Mal mehrere Tage. Er sprach dann mit den Studenten und Lehrern, hörte den Bhajans in ausgedehnter Länge zu, inspizierte das Universitätsgelände und hielt Ansprachen. Er erschien sogar plötzlich im Klassenzimmer, setzte sich hinten hin und hörte sich ruhig die gerade vorgetragene Vorlesung an! Dr. Rajeswari Patel, ehemalige Studentin der Anantapur Universität und jetzt dort Lehrerin ruft sich diese Momente ins Gedächtnis. „Das Schöne war, Er trat in das Klassenzimmer ein, während der Unterricht lief. Er setzte sich hinten hin und hörte den Lesungen zu. Und wenn die Studenten sich umdrehten, um zu Ihm zu schauen, was sie oft taten, sagte Er, ’Nein, nein, dreht euch wieder um und hört eurem Lehrer zu!’ Er ist so locker gewesen!“ (Aus den Archiven von Radio Sai)
Brindavan Segen Der nächste Schritt in Swamis Erziehungs-/Bildungs-Mission war die Gründung eines Colleges in Brindavan für Jungen. Dies geschah 1969, und so erinnert sich der verstorbene Mr. Kasturi:
„Am Eröffnungstag sah das College blitzsauber aus...Am 9. Juli 1969 hatte der Landesminister des Staates Mysore, Mr. Veerendra Patil die Ehre das College einzuweihen. In seiner Ansprache hieß Dr. VK Gokak, Vizekanzler der Universität Bangalore, an die das College angegliedert ist, den neuen Zugang als ‚ein Juwel in der Krone der Bangalore Universität’ willkommen. Dr. Gokak fügte hinzu, „dieses College wird ein Vorbild für alle Colleges in Erziehung und Bildung sein, und das nicht nur in der akademischem Gebiet, sondern auch im ethischen und spirituellen Bereich. Dieses College wurde aus Bhagavans Gedanken der Liebe, der Gnade und der Weisheit ertworfen, schöpferisch gestaltet und künstlerisch vollendet. Ziegel um Ziegel, Brett um Brett; alles hat Er bis aufs Detail überprüft. Das ist eine Lehre für alle, die einen aufrichtigen und liebenden Dienst tun wollen.“ (Sathyam Shivam Sundaram – Part III, SSSBPT, Prashanti Nilayam, 1974, pp. 54-55)
Oft gibt er einem guten Studenten einen Klaps auf den Rücken, weist einen Dozenten (Redner), der einige Minuten nach dem Ertönen der Glocke zum Hörsaal schlendert, zurecht, erfragt von einem Faulpelz die Durchschnittsnote, die er beim monatlichen Test erreichen wird, materialisiert einen Füllfederhalter oder eine Uhr für manch fleißigen, sich gut verhaltenden Jungen, wenn sich die Beurteilung des Klassenlehrers mit der Meinung von Swami deckt; gibt dem Bibliothekar bezüglich der Aufteilung Ratschläge, wirft einen kurzen Blick in den Sektionssaal zu den angehenden Zoologen und geht im Allgemeinen umher wie die Schutz-Gottheit des Instituts.“ (Sathyam Shivam Sundaram – Part III, SSSBPT, Prashanti Nilayam, 1974, p.58). Kasturi war zweifellos ein klarer Zeuge für alles, bei dem sich Swami in jenen Tagen einsetzte; doch von den Studenten erhalten wir ein noch detaillierteres Bild, und was für ein erstaunliches Bild das ist! Es war in jenen Tagen, bevor das gegenwärtige Trayee existierte. Zu jener Zeit gab es ein Gebäude, bekannt als der „Alte Bungalow“, das Swami als Residenz diente. Swamis Räume lagen oben. Eine der untenliegenden Räumlichkeiten, die in früheren Tagen wahrscheinlich als Garage genutzt wurde, diente als Wohnheim der Studenten! Das erlaubte den Jungen in jener Zeit eine unvorstellbare Nähe zu Swami zu erfahren, was die Studenten von heute kaum glauben können.
’Eines Tages wurde Swami sehr ärgerlich über die „Disziplin“ der Studenten. Er verkündete, dass Er abreisen würde und fuhr nach Prashanti Nilayam. Wir waren alle traurig und wussten nicht, was wir tun sollten. Der damalige Herbergsvater verdammte uns und sagte: „Wenn ihr euch so benehmt, werdet ihr die Möglichkeit, sich Gottes Nähe zu erfreuen, verlieren. Jetzt bereut, was ihr getan habt!“ Alle Jungen beteten intensiv, und die Bhajan-Stunde wurde wieder begeistert und gefühlvoll, – und sie würden wieder gesittet. Eine Woche später schrieb Swami einen äußerst schönen und liebevollen Brief, in dem Er folgendes mitteilte: „Jungens! Obwohl ich weggegangen und nun hier bin, kann ich nicht anders, als an euch denken. Ihr seid Mir alle so lieb! Obgleich ich beleidigt von dort weggegangen bin, solltet ihr nicht niedergeschlagen sein. Ich habe dies im Interesse eurer Disziplin getan. Ich wünsche, dass ihr alle (good) gute Jungen, (God’s) Gottes Jungen werdet! Das allein wird euch retten.“ Dieser Brief hat uns alle sehr berührt. (Aus den Archiven von Radio Sai) Kurz gesagt, während jener ruhmreichen (gloriosen) Tage in Brindavan lebten die Jungen buchstäblich mit Gott und lernten aus unzähligen Situationen, meist unbewusst. Ich werde diese lehrenden Situationen noch kommentieren, aber erst möchte ich noch ein Beispiel mit euch teilen; wie eng das Band zwischen Swami und den Studenten ist, und wie Er auf ihre Wünsche antwortet. Dieses Ereignis geschah einige Zeit nachdem das permanente Gebäude für das Brindavan College gebaut worden war – das ist der schöne Bau, der jenseits des Sportstadiums liegt und den wir heute alle bewundern können. Obgleich das College nun in einem neuen Gebäude untergebracht war, wohnten die Studenten weiter in ihrem improvisierten Wohnheim. Swami war nicht sehr glücklich darüber. Also bat Er den damaligen Col. Joga Rao, ein pensionierter Staats-Ingenieur, der in jenen Tagen alle Gebäude entwarf und bauen ließ, einen Entwurf für ein gutes Wohnheim der Brindavan Studenten zu erstellen. Joga Rao tat, wie ihm gesagt wurde und plante für das neue Wohnheim den Platz angrenzend an das neue College. Er ließ diesen frei räumen, zeichnete einen Entwurf für das Wohnheim, erhielt Swamis Genehmigung und setzte selbst einen Termin für die Grundsteinlegung fest, die selbstverständlich von Swami vollzogen werden sollte. Tags zuvor kam Swami in dem provisorischen Wohnheim vorbei und erzählte über das neu entstehende Wohnheim und lobte die wunderbaren Einrichtungen, die es haben würde, etc. Dann geschah etwas sehr Erstaunliches. Mr. Veda Narayanan, damals Studenten und heute Lehrer in Swamis Jungen-Gymnasium erinnert sich dieser Geschichte:
Dann sind wir bereit, in das neue Wohnheim umzuziehen; andererseits wollen wir hier nahe bei Swami bleiben.“ Swami war so berührt, dass Er sofort Col. Joga Rao holen ließ und ihm sagte: „Joga Rao, die Jungen sagen, sie wollen nicht weg von hier. Kann das Wohnheim gleich neben dem Mandir gebaut werden“? Joga Rao antwortete, “Swami, das ist nicht möglich, hier ist kein Platz dafür. An dem einzig verfügbaren Fleck steht ein Tank.“ Und dann geschah etwas Überwältigendes. Gerade da erklärte Swami Joga Rao, wie um den Tank herum ein Gebäude gebaut werden könnte! Und das ist die Geschichte, wie das Brindavan Studentenwohnheim dort errichtet wurde, wo es heute steht, nämlich gleich neben Swamis Mandir. Und das alles, weil ein Junge sich so feinfühlend geäußert und Swamis Herz berührt hatte. (aus den Archiven von Radio Sai) Und schließlich in Prashanti Nilayam auch noch eine Universität Im Jahr 1979 ließ Swami das dritte College einrichten, diesmal in Prashanti Nilayam. Entgegengesetzt der anderen Gymnasien war dieses wesentlich eine Institution mit Hochschulabschluss. Und wieder startete der Unterricht erst in provisorischen Unterkünften, bis das eigentliche Gebäude gebaut war.
Lernen durch das Göttliche Vorbild Durch die Nähe und die Vertrautheit mit den Studenten und Lehrern gewährte Swami ihnen die Möglichkeit, Ihn in Aktion zu beobachten. Und was möchte Er, dass sie sehen? Er möchte, dass sie sehen, wie Er mit der Welt umgeht. Was den Umgang mit der Welt betrifft, handhabt Swami dies sehr praktisch. Ja, Er möchte, dass Studenten Gott verehren, dass sie zu Ihm beten, über Ihn meditieren und so fort. Jedoch, Swami möchte nicht, dass sie Mönche oder Einsiedler werden. Er möchte, dass Seine Studenten der Welt und der Natur auf eine praktische und doch göttliche Weise begegnen. Nehmt die Disziplin, sie soll sich dem Zuckerbrot und Peitsche Prinzip annähern. Nehmt Spiele und Sport; sie sind für einen gesunden Körper wirklich erforderlich. Jedoch, seid vorsichtig und vermeidet Aggressionen; und gebt Acht, dass ihr keine Verletzung davon tragt. Was die Ernährung betrifft, esst gut aber in Maßen. Esst auch Eis, wenn ihr möchtet! (In der Tat Swami selbst lässt bei vielen Gelegenheiten Eis verteilen). Aber habt bei allem ein Maß. Ihr wollt zum Picknick gehen? Geht und erfreut euch an der Natur – daran ist nichts verkehrt. (So, wenn Swami nach Kodaikanal fährt, lädt Er selbst die Jungen zu einem Picknick, Spielen und Snacks ein!) Kurz oder lang: „Lebt in dieser Welt und versucht nicht, vor ihr davon zu laufen. Führt ein bewusstes Leben, aber seht Gott ständig und überall“. Swami erzählt uns, dass ist genau das, was Kaiser Janaka tat; und heute lehrt Er uns still die ganze Zeit die gleiche Lektion.
Das ist ja alles ganz schön, aber funktioniert das wirklich? Färbt es auf die Studenten ab und wie verhalten sie sich, wenn sie hinaus in die Welt gehen? Ich könnte Kapitel und Verse darüber schreiben und muss mich selbst zurückhalten, nur ein Beispiel zu nennen, ein kraftvolles Beispiel möchte ich hinzufügen, dass von Sanjay Sahni, heute Leiter des Brindavan Universitätsgeländes, an die Öffentlichkeit gebracht wurde. Dies ist, was Sanjay während einer Diskussionsrunde zur Zeit des Sommerkurses 2002 sagte. Das Ganze handelt von einem Sai Studenten, der in einen Aufstand verwickelt wurde, der in der Stadt tobte, und wie er Swamis Lehren in einer Krisenstunde in die Praxis umsetzte: Guter Charakter zeigt sich in der Krise Dieser junge Mensch hielt sich gerade in Ahmedabad auf, als der Aufstand ausbrach. Zu seinem äußersten Entsetzen, musste er feststellen, dass Menschen, die er seit Jahren kannte, seine Freunde, seine Nachbarn, die er gewohnt war, mit Onkel anzureden, Menschen die wohlhabend waren, Menschen die sehr gebildet waren, alle diese Menschen ihre Häuser verließen und sich dem Mob anschlossen. Der Mob befand sich in Raserei und in einem Amoklauf. Der junge Mann fragte sich: „Was soll ich tun? Was ist meine Pflicht? Was ist mein Dharma in dieser besonderen Situation?“ Nachdem er eine Weile nachgedacht hatte, beschloss er, sich nicht dem Mob anzuschließen; wenn er es täte, würde er selbst verrückt werden. Er sagte zu sich selbst, „Das wenigste, was ich tun kann, ist, mich nicht dem Mob anzuschließen; wenn ich schon nicht helfen kann, dann lass mich wenigstens niemandem schaden.“ Das ist das erste Dienstprinzip. Sein nächster Gedanke war: „Ich kann den Mob nicht anhalten; ich kann dieses wütende Feuer nicht besänftigen. Aber da draußen sind Menschen, die ich kenne. Wenn ich zu ihnen spreche, kann ich vielleicht wenigsten einige von ihnen überzeugen, sich nicht an der Brandstiftung zu beteiligen.“ Er redete mit einigen und konnte sie erfolgreich davon abhalten, nicht dem Mob zu folgen. Verhindern, dass Leute etwas Schlechtes tun, ist auch Dienst. Zum Schluss fragte er sich selbst: „Dort sind so viele Menschen von dem Aufstand angesteckt. Kann ich ihnen irgendwie helfen, möglicherweise wenn ich mit ihnen rede und sie tröste?“ Und er tat genau das. Das war eine positive Handlung, und es kostete keinen Pfennig.
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