Juni 2007 - Jahrgang 1 - 6. Ausgabe


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Er ist mein Swami

Teil - 2


Dies ist der zweite Teil der Niederschrift einer Unterhaltung zwischen Frau Padma Kasturi, der Tochter von N. Kasturi, und Frau Rajeswari Patel, einer ehemaligen Studentin und Fakultätsmitglied im Anantapur Campus der Sathya Sai Universität, die von Radio Sai vor wenigen Wochen gesendet wurde.

RP : Ok. Lassen Sie uns zuerst noch etwas über Ihren Vater sprechen. Dann kommen wir zu Ihnen, denn ich bin mir sicher, dass Sie noch eine Menge Dinge mit den Hörern von Radio Sai teilen können. Wie waren die letzten Jahre von Prof. Kasturi?

PK : Meinen Sie seine Krankheit …?

RP : Wir wissen, dass die Nähe zu Swami zum Ende hin zunahm. Aber er selber hat gewiss über seine letzen Jahre - etwa von 85 bis 87 - etwas gesagt? Hat er jemals darüber gesprochen, wie die Universität gegründet wurde. Es gab so viele gewaltige Veränderungen dann. Hatte er eine Ahnung von seinem Ende - vielleicht dass er all dies vermissen würde?

PK : Nein. Er vermisste Swami nicht, denn er ging jeden Tag zu Ihm. Also diese Nähe hat er nicht vermisst.

RP : Nein, Ich denke an das andere, was wir in den letzten 10 bis 15 Jahren haben entstehen sehen.

Doktor-Würde von Gott verliehen

PK : Er war sehr glücklich mit all dem, was passierte und wie Swamis Ruhm sich ausbreitete und Seine Universität usw. Er wurde alt und er sah so viele junge Leute kommen – er war sehr glücklich.

RP : Darauf wollte ich hinaus – es ist doch wunderbar, dass er sah, wie Swamis Vision weitergetragen wurde und eine andere Generation übernehmen würde.

PK : Im Jahre 1954 rief Swami meinen Vater zur Enthüllung Seines Portraits in der Bukkapatnam Hochschule. Bei dieser Einladung ließ er seinen Namen als: „Dr. Kasturi, Ph.D.“ schreiben. Und wenn jemand Swami fragte, in welcher Universität dieser Kasturi seinen Ph.D. bekommen hätte, dann sagte Swami: „Puttaparthi Universität!“ Ich glaube, Swami hatte damals schon einen kompletten Plan über die Universität und all das!“ [Die Universität wurde erst 1981 gegründet]

RP : Ja, das hatte Er ganz sicher. Was gibt es noch über die letzten Jahre? Er wurde leidend, sagten Sie – erzählen Sie etwas davon, bitte!“
 

PK : Er hatte etwas Rückenschmerzen und er fuhr dann zu Swami im Rollstuhl, aber er kam keine Treppen hoch.

RP : Wann war das?

PK : Seine Rückenschmerzen begannen 85 und er starb 87. Swami kam zwei Mal in unser Haus ihn besuchen.

Sein Geliebtes Instrument bis zum Ende

RP : Aber er machte doch das Sanathana Sarathi (die Monatszeitschrift des Aschrams) weiter?

PK : Oh ja. Aber er bat Ihn: „Swami, ich kann diesen Editor-Job nicht mehr machen. Bitte gib ihn an jemand anderen weiter.” Aber Swami sagte: „Nein, Du bist der Editor und Du wirst weiterhin bis zu deinem Ende der Editor sein.“

RP : So hat er also bis zum Schluss gearbeitet?

PK : Ja. Er starb am 14. August und obgleich er in diesem Monat nicht mehr schreiben konnte, diktierte er und mein Sohn schrieb und half aus und kümmerte sich um ihn.

RP : Oh gut. So tat er also Swamis Werk bis zum letzten Augenblick. Haben Sie einige Erinnerungen an diese Zeit?

PK : Er bekam eine Gelbsucht-Attacke im April und er starb im August. Jemand erzählte ihm, dass es Swami nicht gut gehe und dass Er in Brindavan, Bangalore, sei und dass Er seit drei Tagen keinen Darshan mehr gegeben hätte – es schien als hätte Er von jemandem einen Herzinfarkt übernommen – und Er sei sehr schwach. Er hatte eine solche Liebe zu Swami, dass er sagte: „Ich muss Swami besuchen. Bitte ruft ein Taxi und fahrt mich zu Ihm. Wir können früh um 5 Uhr starten, seinen Darshan haben und dann wieder zurückkommen!”

Seine Gelbsucht war ernst und sein Blutzucker niedrig, aber er bat mich dennoch, ein Taxi zu bestellen. Ich sagte: „Wie kann ich fahren? Du bist nicht nur mein Vater, Du bist auch der Besitz von Prashanti Nilayam! Wenn was passiert, werden sie mich tadeln und ich weiß nicht, was Swami sagen wird?“

An diesem Abend fing er fast an zu weinen und sagte: „Wir können Kutumba Rao rufen und ihn bitten, Swami anzurufen und Seine Erlaubnis einzuholen. Bitte geh um 10 Uhr und frage ihn.”
 

Außergewöhnliche Liebe

RP : Er machte sich um Swami Sorgen, obgleich es ihm selber nicht gut ging.

 

PK : Ja. So ging ich um 10 Uhr zu Mr. Kutumba Rao und sagte ihm, dass wir alles schon arrangiert hätten. Er sagte: „Ihr geht ein Risiko ein!“ Ich sagte: „Ich muss ein Risiko eingehen, denn er bittet mich darum.“

Dann fragte er mich: „Was ist, wenn unterwegs was passiert?“ Ich sagte: „Das ist gut; er denkt an Swamis Darshan unterwegs. Wenn etwas passieren soll, soll es passieren.” Er sagte: „Nein, es ist ein Risiko.” Dann kamen er und Dr. Alreja und überzeugten ihn: „Wir rufen Swami an und fragen um Erlaubnis. Dann können wir fahren.”

Die ganze Nacht weinte er. „Oh, was für ein Schicksal! Ich kann nicht fahren, um Swami zu sehn.“ Dann schrieb er Swami einen Brief und Swami sandte eine Antwort:

„Kasturi, nimm meinen Segen. Hab keine Angst. Swami ist mit Dir und um Dich. Sei tapfer. Denk an Ihn. Gib andere Gedanken auf. Der Körper ist eine Wasserblase; darum sei nicht traurig. Verbringe Deine Zeit damit, an Gott zu denken.” Dein Baba –April 1987, Brindavan.

Dann, zwei Monate später schrieb er einen anderen Brief an Swami; das war im Juni 87, denn er hatte für viele Monate keinen Darshan mehr gehabt, so hatte er starke Sehnsucht Ihn zu sehen.

RP : Schrieb er selbst an Swami?

PK : Ja, obgleich er nicht richtig schreiben konnte, kritzelte er. Dann sagte ich eines Tages zu ihm: „Schau Du kritzelst da etwas, aber Swami kann das vielleicht gar nicht lesen. Ich glaube es ist besser, ich schreibe und tue deins dazu.“ Er sagte: „Nein, nicht mit meinem Brief. Wenn Du willst, kannst Du deins schreiben und es extra schicken.“

RP : Dieser zweite Brief, den Er im Juni 87 geschickt hat, ist viel dicker, als der Brief im April – was ganz normal scheint. Aber anscheinend hat Bhagavan jedes einzelne Wort separat geschrieben und in viel größeren Buchstaben.“

PK : Ja, weil er zu der Zeit schon sehr schwach war.

RP : Und Bhagavan wollte, dass er ihn noch selber lesen konnte.

“Warte auf Sai”

PK: Ja. Er schrieb: „Kasturi, Nimm meinen Segen. Sai ist mit Dir und um Dich. Sei glücklich. Denke an nichts. Sei immer mit den Gedanken bei Gott. Das ist das Haupt-Sadhana, das Du nun tun musst. Ich werde bald kommen. Warte auf Sai. Dein Baba.”

RP : Er sagte: „Warte auf Sai. Kam Swami denn?”

PK : Ja, bevor mein Vater am 14. August hinüberging, war er eine Woche im Hospital. Und wenn irgendjemand an unserem Haus vorbeikam, dachte er, es sei Swami.

RP : Swami war also immer in seinen Gedanken.

PK : Ja, er wollte Swami treffen. Dann schickte Swami die Mitteilung: „Ich kann nicht in Dein Haus kommen, denn wenn ich das tue, kommt die ganze Menschenmenge. Schickt ihn ins Hospital und ich komme und gebe ihm dort Darshan.“

RP : So kam Swami also aus Brindavan eine Woche bevor er dahinging?

PK : Nein, Swami kam im Juni.

RP : Oh! So kam Er also im Juni aus Brindavan zurück, als Er im Brief schrieb: „Warte auf Swami!“

 

 

“Die Freiheit ist da!”

RP : Bhagavat-chintana!

PK : Seit also Swami ins Hospital kam, wurden keine Besucher mehr zugelassen. Und an dem Tag, als er hinüberging, war er ein bisschen atemlos. Er antwortete auf nichts mehr, er zeigte auch keine Reaktion auf den Anruf meines Sohnes mehr – obgleich er seine Stimme kannte und an dem Tag bei ihm war und sich um ihn kümmerte.

Dann ging Dr. Alreja zu Swami und sagte Ihm, dass er ein bisschen atemlos sei und Swami sagte: „Er hat mir 40 Jahre lang gedient. Die Freiheit ist gekommen!” Dann sagte Er zu Dr. Alreja: „Ich komme ins Hospital ihn besuchen, so gib ihm bitte nichts.” Sie gaben ihm Glukose in kleinen Mengen, etwa vier Tropfen in der Minute.

Etwa um 11.30 Uhr ging Swami zum College um Theater-Proben zu besuchen und dann kam Er sofort ins Hospital. Wir waren alle dort. Die Atemlosigkeit war noch da und plötzlich trat ein Schmerz auf Swamis Gesicht und Er kam herein und rief: „Kasturi! Kasturi!“ Sofort öffnete mein Vater seine Augen.

RP : Er hatte doch auf Ihre Anrufe nicht mehr geantwortet, oder?

PK : Nein! Nur auf Swamis. Ich glaube er hatte auf den Ruf gewartet!

RP : Oh! Und als Swami kam, öffnete er sofort die Augen!

PK : Ja, sofort. Dann versuchte er die Hände zu falten um namaskaram zu machen und Swami berührte seine beiden Hände und materialisierte vibhuti und strich es auf seine Stirn und Er gab mir etwas und sagte, ich solle es mit etwas Wasser mixen. Dann fragte Er mich, ob er seit dem Morgen etwas gegessen hätte. Ich sagte: „Nein, Swami, Ich gebe ihm nur einige Tropfen Kokosnuss-Wasser, weil seine Lippen und sein Mund trocken sind.“ Dann stand Er zwei bis drei Minuten nur da.

RP : Was war Swamis Gesichts-Ausdruck?

PK : Danach war Swami gelassen, denn die Atemlosigkeit war nicht mehr so schlimm. Dann forderte Er mich unmittelbar auf namaskaram zu nehmen. Ich fühlte, es sollte bedeuten, dass ich nun die Verantwortung übernahm. Er rief mich und meinen Sohn. Dann ging er hinunter und sagte zu den Ärzten: „Noch eine Stunde.“ Dann fügte Er hinzu: „ Er war ein sehr berühmter Mann; er hat beim All-India Radio gearbeitet. Wir müssen eine große Prozession machen, denn er war weltberühmt.“

RP : Ganz sicher! Er war ein weltberühmter Lehrer; so musste die Feier großartig sein!

PK : Und er bat alle Doktoren und Schwestern in den Raum zu gehen und zu wiederholen: OM SRI SAI RAM und Er trug dem Arzt auf, Ihn zu informieren, wenn alles vorbei sei. Wir wiederholten alle OM SRI SAI RAM bis 12. 30 Uhr.

 

 

Das Höchste Verwirklichen

PK : Ja, eines Tages im Juni, vor Gurupurnima rief er plötzlich meinen Sohn und sagte: „Ich bin Atma! Kasturi ist tot! Geh und sag das allen!”

RP : Sagte er das?

PK : Ja. Ich glaube, dass er das spirituell verwirklicht hatte. Mein Sohn war verwirrt über das, was er gesagt hatte und warum er so sprach. Also ging ich, ihn zu fragen und er sagte dasselbe zu mir.

RP : So hat Swami also in den wenigen Monaten des Leidens sein Bewusstsein auf diese Ebene angehoben.

PK : Ich glaube ja. Am Ende sagte er zu mir: „Bitte zwinge mich nicht zum Essen. Ich sagte: „Dein Körper ist noch hier und ich muss mich um deinen Körper kümmern. Aber ich werde dich nicht zwingen, aber bitte iss, was immer du magst und wie viel du magst.“ Und er sagte: „Ok. Aber zwinge mich nicht mehr.”

Danach sagte er nichts mehr. Und ich glaube fest, dass er nur noch an Swami dachte – nur noch Swami.

PK: Yes. So in the evening when I was sitting in the line, Swami told me: “He has attained what he has got to attain! So there is no need to do any karma or anything for him!

RP: No rituals - because we do the rituals to pray for the soul's mergence; and in this case it was not needed. So Swami didn’t want any rituals to be done.

PK: No. He said: “On the 12th day, I will Myself do some Narayana Seva (feeding the poor) and I will arrange for everything for some puja (worship) in the house.”

(To be continued...)

Heart2Heart Team
Engl.Original Titel vom Juni 2007


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