Juli 2007 - Jahrgang 1 - 7. Ausgabe

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Wundersame Gnade in Afrika

Mr. Jay Ravji Jethwa

Jay Ravji ist Rechtsanwalt am obersten Gerichtshof von Victoria sowie von Australien. Er hat gegenwärtig das Amt des nationalen Vize-Präsidenten der UN-Verbandes Australiens inne.

 

 

Das Licht scheint in Afrika

Es war in der Tat eine sehr glückbringende Zeit für den „Dunklen Kontinent“ Afrika. Hatte doch Bhagavan in Seiner unendlichen Gnade beschlossen, den Boden zu betreten, der als die Wiege der Zivilisation angesehen wird und wo die Spuren der Vorfahren der Menschheit gefunden werden können.

Dieses Ereignis fand im Juli 1968 statt, als Bhagavan zwei denkwürdige Wochen in Uganda verbrachte, in dem Land, wo ich geboren wurde und aufwuchs. Uganda, ein wunderschönes und farbenfrohes Land, wurde einst von Winston Churchill als die „Perle Afrikas“ bezeichnet. In Uganda entspringt die Quelle des Nil-Flusses, der viele Millionen Menschen in den Ländern von Uganda bis hoch nach Ägypten aus dem Viktoriasee (dem zweitgrößten Süßwassersee der Welt) versorgt. Der Nil mündet in Ägypten in das Mittelmeer und ist in der Tat die Lebensader eines großen Teils von Afrika. Der Schöpfer verlieh nun dieser Perle den endgültigen Glanz, indem er ihr in Seiner Person einen Besuch abstattete.

Bhagavan hat sich noch nicht über den Grund Seines göttlichen Besuches in Uganda geäußert, aber es gibt viele Mutmaßungen: Kam Er aufgrund der Liebe zu Seinen Devotees, die dort wohnten? Kam Er, um Seine Devotees vor den Gefahren zu warnen, die ihnen in den kommenden Jahren unter der Macht der herrschenden Militärjunta drohen würden? Kam er, um einen noch unbekannten Samen in Afrika zu säen, der in einer unbestimmten Zeit in der Zukunft erblühen wird? Dies und noch mehr könnten die Gründe sein.

Im Allgemeinen ist Afrika von vielen unterschiedlichen Problemen heimgesucht worden, von Dürrekatastrophen und Hungersnöten, verbunden mit Konflikten zwischen verschiedenen Volksgruppen und Rassen. Es scheint so, als ob einige der letzteren Probleme sich zugespitzt hätten, seitdem die meisten Länder in den sechziger Jahren die Unabhängigkeit von ihren Kolonialherren erhielten.

Auf diesem Hintergrund von Unmut und Unzufriedenheit besuchte Bhagavan den Kontinent Afrika. Es war das erste und einzige Mal, dass Er Indien verlassen hat, um einen Besuch in Übersee zu machen. Es ist interessant zu bemerken, dass nicht lange vor Seinem göttlichen Besuch in Uganda Papst Paul der VI. als erster Papst afrikanischen Boden betrat und ebenfalls Uganda besuchte.

Eine von Asthma überschattete Kindheit

Im Jahr 1968 war ich ein sehr kränklicher 13-jähriger Junge. Ich litt seit meiner Geburt unter einer schlimmen Form von Asthma. Mein Vater hatte sich um medizinischen Rat von Experten bis nach Großbritannien bemüht, alles ohne Erfolg.
Eines Tages im Juni 1968 verbreitete sich in der ganzen Stadt Kampala, der Hauptstadt Ugandas, die Nachricht, dass „Bhagavan“ käme und dass Sein Name Sai Baba wäre.
Weder hatte ich diesen Namen gehört, noch hatte ich je gesehen, wie Er aussah. Mein Vater Rajiv Kara und meine Mutter Ummilabhen hatten es eingerichtet, mich mitzunehmen und für die Dauer Seines Besuchs zu bleiben.

Tausende versammeln sich, um Bhagavans Darshan zu erhalten
 Als wir gegen vier Uhr nachmittags bei Dr. Patels Haus ankamen, hatten sich dort bereits Tausende von Menschen aller Rassen und Hautfarben versammelt. Sein Auto sollte um 18 Uhr bei Dr. Patels Haus ankommen; der Autokonvoi war aber auf dem Weg von Nairobi in Kenya aufgehalten worden. Dort war Sein Flugzeug aus Bombay kommend gelandet.

Es dauerte bis halb zwei Uhr morgens, bis endlich die Wagenkolonne ankam. Den ganzen Abend über waren Bhajans in der provisorischen Halle, die Dr. Patel bei seiner Residenz errichtet hatte, gesungen worden, wo alle Menschen geduldig auf ihre erste Begegnung mit Bhagavan warteten. Ich hatte in der Tat großes Glück, dass das Auto, in dem Bhagavan reiste, direkt vor mir hielt. Als Er ausstieg, warf ich meinen allerersten Blick auf Ihn. Und was war das für ein wundervoller Anblick! Er sah majestätisch aus in dem goldenen Gewand, das Er trug. Ich erinnere mich, dass ich dachte, er sähe für einen Inder ziemlich ungewöhnlich aus.

 

   
Swami im Auto, bei seiner Ankunft aus Nairobi

Bhagavan hatte einen sofortigen Eindruck auf mein ganzes Wesen gemacht. Nur ein Blick auf Ihn und ich hatte vollstes Vertrauen, dass Er meine Krankheit „ heilen“ würde. Mein sehr jugendlicher Verstand war überzeugt, dass Bhagavan nur um meinetwillen nach Afrika gekommen war! Mir war bewusst, dass ich nie mehr derselbe sein würde.

Meine Krankheit war so schlimm gewesen, dass ich mich nicht erinnern kann, je nachts durchgeschlafen zu haben. Ich erinnere mich, dass meine Mutter mindestes zwölf Mal nachts aufstehen musste, um mir Medikamente gegen meine Atemprobleme zu verabreichen.

Ein paar Tage nach Seiner Ankunft in Kampala, um genau zu sein am 7. Juli, beschloss ich, ohne das Wissen meiner Eltern die Schule zu schwänzen und statt essen Bhagavan aufzusuchen, um Seinen Darshan zu erhalten. Als ich bei Dr. Patels Haus ankam, warteten dort bereits Tausende aus genau dem gleichen Grund in den Straßen. Ich gesellte mich zu der Menge und wartete geduldig auf Ihn.

Zur Gnade gerufen

Es dauerte nicht lange, bis Er zur Freude aller dort Versammelten herauskam. Ich sah, wie Er für einige Menschen Vibhuti materialisierte und war außerdem Zeuge, wie Bhagavan eine Uhr für einen afrikanischen Polizeibeamten, der auf seinem Posten vor den Toren zu Dr. Patels Haus stand, materialisierte. Er kam zu mir, wo ich saß und forderte mich auf, aufzustehen und zu Ihm zu kommen. Das tat ich sofort. Was jetzt folgt, ist eine sehr persönliche Darstellung des „Wunders“, das ich vor so langen Jahren erfahren habe.

 

Swami gibt Prasam an Seine afrikanischen Devotees

Darshan in Afrika

Als ich mich Ihm näherte, fragte Er mich: „ Wie geht es Deinem Asthma?“ Ich erinnere mich, wie erstaunt ich war, dass Er von meiner Krankheit wusste. Bevor ich irgendein Wort antworten konnte, sagte Er: „Go!“ und zeigte auf die Tore von Dr. Patels Zuhause. Dann ging er einfach an mir vorbei. Zögernd bewegte ich mich in Richtung der Tore. Dort stand ein Polizist (zufälligerweise derselbe, der vorher die materialisierte Uhr bekommen hatte), der die Tore für mich öffnete. Ich betrat das Gelände und wurde von einem Sevadal aufgefordert, mich zu setzen, bis Bhagavan mich in den Interviewraum rufen würde.

 

Die heilende Berührung

 Es kam mir vor als wartete ich eine Ewigkeit, bis Er mich hereinbat. Während ich wartete, gingen durch meinen jungen Verstand Fragen wie: „Was, wenn mir innen im Raum etwas zustieße?“ „ Was wird dieser große kraushaarige Mann mit mir anstellen?“ „Was soll ich Ihm nur sagen, wenn ich dort drinnen bin?“ „ Werde ich von meiner Krankheit geheilt werden?“ All diese Gedanken jagten durch meinen Kopf. Bhagavan kam aus der kleinen Tür, die zu dem Interviewraum führte und winkte mir zu, hereinzukommen.

Immer noch sehr aufgeregt und nervös näherte ich mich Ihm, und Er führte mich herein, indem Er mich an der Hand hielt.

Der Interviewraum war ca. 6 mal 6 Meter groß. Noch während Er mich hereinbat, fing Er an, von meinem Asthma zu reden und führte sich dabei ähnlich auf wie ich, wenn ich eine meiner Asthmaattacken hatte. Er lud mich dann in ein sehr kleines Zimmer ein, das an den größeren Interviewraum grenzte. Dieses Zimmer hatte kaum Platz für uns beide. Ich betrat es als erster und Bhagavan „quetschte“ sich nach mir hinein. Wir standen uns dort gegenüber, kaum 20 Zentimeter von einander entfernt. Ich muss zugeben, dass mein Herz jetzt raste, und Er muss das gemerkt haben, denn Er versuchte mich aufzulockern, indem Er einige Scherze machte.

Als ich zu Seinem Gesicht aufsah, öffnete Er die rechte Handfläche und gebot mir: „Schau, schau, schau darauf“. Ich tat, was Er sagte, und nach etwa zehn Sekunden sagte Er: „Fass an, fass an, fass an.“ Die Handfläche war wunderbar weich und trocken. Als ich erneut zu Ihm aufschaute, forderte Er mich wieder auf, auf Seine Handfläche zu schauen. Nach wenigen Sekunden wurde ich Zeuge von kleinen Flüssigkeitstropfen, die sich in seiner Handfläche bildeten und sie dann komplett füllten.

Er sagte mir, ich solle mein Hemd ausziehen, was ich sofort tat. Dann verrieb Er die materialisierte Flüssigkeit auf meinen Brustkorb, bis alles in die Haut eingezogen war.
Swami im Interview Raum
in Dr Patels Haus
 

Ich wurde angewiesen, mein Hemd wieder anzuziehen. Danach quetschten wir uns wieder ganz vorsichtig aus dem kleinen Raum heraus. Als ich in Seine Augen schaute, erlebte ich ein Gefühl von Liebe, das ich, glaube ich, bis dahin noch niemals erlebt hatte. Es war einer der wundervollsten Augenblicke meines kurzen Lebens.

Er gab mir dann ein paar Päckchen Vibhuti, sagte viele Dinge, an die ich mich jetzt nicht mehr erinnern kann, klopfte mir auf den Rücken und sagte: „Geh, kein Asthma mehr.“ Danach hallten diese magischen Worte ständig in meinen Ohren wider. Er führte mich aus dem Interviewraum und ließ mich vorher noch Seine Füße berühren ( Padanamaskaram).

Mama, kein Asthma mehr!

Ich erinnere mich, wie ich nach dem Interview nach Hause rannte (mein Zuhause war nur 15 Minuten Fußweg von dem Ort, wo Bhagavan sich aufhielt, entfernt). Ich begrüßte meine Mutter mit meinem größtmöglichen Lächeln und rief: „Mama, ich habe gerade ein Interview mit Sai Baba gehabt, und Er hat gesagt, ich würde nie wieder unter Asthma leiden. Mama, ich werde dich nie mehr mitten in der Nacht aufwecken müssen, damit du mir Medizin gibst. Und ich werde auch nicht mehr zum Arzt gehen müssen.“ Ich war völlig ekstatisch.

Das ist jetzt fast auf den Tag 34 Jahre her, während ich hier in der Sai Kulwant Halle in Prashanti Nilayam sitze und diesen kurzen Bericht aufschreibe. Dies ist meine direkte Erfahrung von Bhagavans spontanem Ausdruck Göttlicher Liebe. Mein Asthma hat mich gänzlich verlassen. Mein Frau Julie und ich, sowie meine restliche Familie leben jetzt in Großbritannien. Wir kommen nun schon seit vielen Jahren nach Prashanti Nilayam und erleben alle ständig Seine Liebe und die Göttlichen Wunder in unserem Leben.

„Meine Methodik ist Liebe“ - Swami

Professor N. Kasturi, der in seinem Buch „The Light of Love“ einen kurzen Bericht über Bhagavans Besuch in Afrika gab, erzählt, wie in einer Frage- und Antwortstunde einer Versammlung von Rotariern, Lion`s Club-Mitgliedern, Rechtsanwälten und Ärzten Bhagavan gefragt wurde, worin der Sinn bestand, Wunder zu vollbringen und ob es gut sei, wenn Menschen wüssten, dass die Naturgesetze gebrochen werden können. Er antwortete, dass er keine Wunder vollbringe. Was wir als Wunder bezeichnen, sagte er, sind nur spontane Zeichen Seiner Göttlichkeit. Er sagte, dass Er die Fähigkeit, diese sogenannten Wunder zu vollbringen, weder erworben habe, noch stelle Er sie zur Schau, um Seine Göttlichkeit zu demonstrieren. Der Ausdruck Seiner Liebe ist ein Nidarsana oder Beweis für Seine Göttliche Kraft, die den Menschen dazu bringt, den Weg zu Gott zu beschreiten. Er sagte weiter: „Ich beabsichtige nicht, das zu vollbringen, was ihr „ Wunder“ nennt; es ist lediglich meine Art, Dinge zu tun, Meine Art, Meine Liebe und Gnade auszudrücken.“

 

-Mit freundlicher Genehmigung: Mathrubhumis Sai Jyothi-

 

 

 

 
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