Juli 2007 - Jahrgang 1 - 7. Ausgabe

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Ein Leben der Liebe

Mrs. Padmini Hundy


Mrs. Padmini Hundy ist eine ehemalige Schülerin der Sri Sathya Sai Oberschule in Puttaparthi, wo sie die beiden letzten Klassen besuchte und ihren Abschluss machte. Gegenwärtig lebt sie in Texas, USA. Ihre Familie ist seit fünfzehn Jahren mit Bhagavan verbunden.

Mee Kanta, Inta, Venta Janta eppudu vuntanu -

(In euren Augen, in eurem Heim, werde ich bei euch sein …Allezeit.)

Das ist der Göttliche Segen, den wir wieder und wieder empfangen haben während der vielen Begegnungen mit unserem geliebten Swami - und getreu Seinen Worten, ist Er die kosmische Kraft gewesen, die unser Leben, die Zukunft und das Schicksal unserer ganzen Familie verwandelt hat. Oft werde ich gefragt, auf welche Weise Swami mein Leben beeinflusst hat. Ich habe keine Worte dafür, was Swamis Gegenwart in meinem Leben für mich bedeutet. Er ist immer der Anker meines Lebens gewesen, und ich kann nur zutiefst demütig sagen, dass sich für unsere Familie bis zum heutigen Tag alles zum Besten gefügt hat, weil Er uns geleitet, gelehrt und geliebt hat!

Mein erster Darshan mit Swami liegt lange zurück. Ich besuchte damals das Gymnasium. Zusammen mit meiner Mutter und Großmutter kam ich nach Puttaparthi, in einer Gruppe von Sai-Devotees. Über Swami wusste ich so gut wie nichts. Zu meiner großen Überraschung wurde unsere Familie zu einem Interview gerufen. Ich begriff überhaupt nicht, welcher Segen uns zuteil wurde. Tatsächlich dachte ich, ahnungslos und töricht, wie ich nun einmal war, während des ganzen Interviews an meine anderen Freunde in der Gruppe. Wie mussten die sich fühlen, ausgeschlossen von diesem Interview?

Als Swami mich nach meinem Namen fragte, sagte ich: „Bitte, rufen Sie meine anderen Freunde auch herein.“ Swami lächelte nur und sagte: „Ich werde mit ihnen sprechen“ …. und heute weiß ich, dass Swami immer einen Weg findet, in unser Leben einzutreten und dort zu bleiben, wenn die Zeit dafür gekommen ist.

Kurz darauf trat mein Bruder in Swamis Universität ein, um seinen Hochschulabschluss als Betriebswirt zu machen. Deshalb kamen wir häufiger nach Puttaparthi. Meine Eltern waren gesegnet mit regelmäßigen Zusammenkünften und Empfängen bei Swami. Bevor wir es recht begriffen, gehörte Er zu unserem alltäglichen Leben. In den kleinsten Angelegenheiten und Entscheidungen baten wir um Swamis Führung und erhielten sie. Unser Leben war großartig.

 

Er allein ist unser wahrer Vater  

Dann, im Jahre 1992, wurde unsere Familie von einer Tragödie getroffen. Unerwartet starb unser Vater an Nierenversagen. Swami rief meinen Bruder zu sich und beauftragte ihn, uns alle nach den Zeremonien zu Ihm zu bringen. Als wir in Puttaparthi ankamen, rief Er uns sofort zu einem Interview. In dem Moment, als Er die Tür zum Interview-Raum hinter sich schloss, begann ich zu weinen und fragte Ihn, warum dies geschehen sei. Wie konnte Er mir den Vater wegnehmen, wo ich noch nicht einmal fünfzehn Jahre alt war, und wer würde für uns sorgen?

Unser mitfühlender und geduldiger Herr und Gott, bat mich, still zu werden und Ihm zuzuhören. Dann schilderte er ein Ereignis aus den letzten Monaten. Er erinnerte mich daran, wie meine Eltern, meine Schwester und ich den heiligen Tempel von Kedarnath* in den Bergen von Nordindien besucht hatten. (*Anm. d. Ü.: Kedarnath liegt im Staat Uttarakhand im Himalaya, 3584 m über dem Meeresspiegel. Der Tempel dort zählt zu den berühmtesten Heiligtümern für Hindugläubige.)

Mein Bruder hatte uns auf dieser Pilgerreise nicht begleitet, weil er sich gerade auf seine Tätigkeit am Sri Sathya Sai Institut für Medizinische Wissenschaft vorbereitete.

Als wir am Fuß der Berge ankamen, blieb meine Mutter dort zurück, weil sie sich nicht wohlfühlte. Mein Vater legte den steilen Gebirgspfad auf einem Pony zurück, während meine Schwester und ich die Hälfte des Weges zu Fuß erklommen. Für den Rest der Strecke nahmen wir ebenfalls ein Pony.

Mein Vater war schon am Ziel, als wir dort ankamen, und erzählte uns sofort, dass er unterwegs etwas sehr Merkwürdiges erlebt hatte.

 

Die Gipfel von Kedamath sind bewaldet und unberührt

…aber der Pfad kann gefährlich sein...

Die Ponys in der Region werden trainiert für den Aufstieg auf dem engen, rutschigen und steilen Pfad in den Bergen. Ihre Führer brauchen sie die meiste Zeit nicht zu lenken. Der schmale Pfad windet sich in Serpentinen außen am Berg in die Höhe. An seiner anderen Seite ist die Schlucht … nahezu bodenlos mit einer Fallhöhe von 8000 Fuß.

Das Pony, auf dem mein Vater ritt, ging nahe an der Kante, und plötzlich, in einem unbewachten Moment, verlor es die Balance, rutschte weg … und begann mit meinem Vater in den Abgrund zu stürzen. In diesem Moment hatte mein Vater das Gefühl, als ob jemand mit körperlicher Kraft ihn und das Pony auf den Weg zurückschob.

Als meine Schwester und ich damals den Bericht hörten, waren wir erleichtert, dass eine mögliche Katastrophe verhindert worden war. Danach vergaßen wir die Geschichte völlig … bis Swami sie uns im Interview-Raum eindringlich schilderte.

Man kann sich unseren Schock und unsere Überraschung vorstellen, und meine Mutter hatte bis zu diesem Moment nicht einmal etwas davon gewusst.
 

Swami nahm meine Hand und sagte: „Das war der Tag, an dem das Leben deines Vater beendet war. Was hättet ihr beiden Mädchen getan, wäre er ins Tal gestürzt? Wie hättet ihr damit umgehen sollen? Aus diesem Grunde hat Swami ihn zurückgeschoben und sein Leben verlängert. Nun aber hat er seine Arbeit mit Mir zu tun. Beantwortet das dein Warum? Du fragst mich, wer sich um euch kümmern wird. Ich verspreche dir, dass Ich immer für euch sorgen werde.“

Er wandte sich an meine Mutter und sagte: „Ich werde mich um alles kümmern. Dein Sohn ist bei mir; mach dir um ihn keine Gedanken. Ich werde die Hochzeiten für deine Töchter ausrichten … du wirst unter der Abwesenheit deines Mannes nicht zu leiden haben.

Mit diesen kostbaren, beruhigenden und tröstenden Worten erklärte Er uns die harsche Wirklichkeit unseres Lebens und, was uns niedergeschmettert hatte, die Endgültigkeit des Todes. Jede Geburt unterliegt dem Tod, das begriffen wir, und auch, dass wir auf diese letzte Wahrheit nicht nur vorbereitet sein sollten, sondern ihr tapfer begegnen können, weil Gott unser wirklicher Vater ist.

Sogar im Zustand unserer Verzweiflung ging uns diese profunde Lebensregel ein, weil sie von Ihm kam!

Sein Wort und Sein Wille sind unabänderlich !

Swami erlaubte mir zudem gütig, in die elfte Klasse auf die Schule in Puttaparthi zu wechseln. Dafür musste ich eine Aufnahmeprüfung bestehen. Zu meiner Enttäuschung war die Fächerkombination, die ich mir vorgestellt hatte, am Mädchengymnasium nicht möglich. Mir wurde eine andere vorgeschlagen. Weil ich das Angebot erst nach anfänglichem Zögern angenommen hatte, war meine Aufnahme nicht sicher. Bestürzt über den unerwarteten Gang der Dinge, verbrachte ich eine schlaflose Nacht. Ich war zornig auf meinen Bruder, der mich zu der Aufnahmeprüfung überredet hatte, und äußerte meine Absicht, nach Hyderabad zurückzugehen.

Mein Bruder gab mir den Rat, mich einen weiteren Tag zu gedulden und Swami zu vertrauen. Die Festigkeit und das Vertrauen meines Bruders hielten mich an dem Tage zurück. Ich bin froh darüber; denn so kam ich zu der kraftvollen Lehre, dass Swamis Wort und Wille unabänderlich sind und Er unter allen Umständen immer zu Seinem Wort steht.

Am nächsten Tag kam Swami beim Darshan aus dem Mandir und ging schnurstracks auf meinen Bruder zu. Folgendes Gespräch fand statt.

Swami zu meinen Bruder: „Seat mil gaya?“ (Wurde sie aufgenommen?)

Mein Bruder: „Nein, Swami.“

Swami zur Frau Direktorin: „Warum hat Srinivas Schwester keinen Platz bekommen?“

Direktorin: „Wir haben ihr einen Platz gegeben, sie hat ihn abgelehnt.“

Swami zurück zu meinem Bruder: „Warum wollte sie den Platz nicht?“

Mein Bruder: „Swami, sie wollte Mathe, und sie gaben ihr Handel und Wirtschaft. Später sagte sie, dass sie das auch nehmen würde; aber da wurde sie abgewiesen.“

Swami zur Direktorin: „Gib ihr, was sie haben möchte.“

 

Nachdem der Herr des Universums diese Angelegenheit persönlich geregelt hatte, machte Er an dem Morgen Seine reguläre Darshan-Runde.

Zeugin zu werden Seines Bemühens angesichts meines kleinlichen Starrsinns, rührte mich zu Tränen. Ich sah Ihn zwischen meinem Bruder und der Direktorin hin- und hergehen, als Er versuchte, meine Situation zu verstehen …. und das alles, weil ich in der letzten Nacht geweint und Ihn gebeten hatte, am Morgen etwas für mich zu unternehmen, oder aber ich würde niemals zurückkommen. Seine unverzügliche Vermittlung und Antwort auf mein Gebet machte mich sprachlos und demütig. Sogar Frau Direktorin sagte, was für ein Glück es für mich sei, dass Swami sich solche Gedanken um mich und mein kleines Problem machte und meinen Wünschen diese detaillierte Aufmerksamkeit schenkte. Nebenbei gesagt, ich bekam meine bevorzugte Fächerkombination, die es bis dahin nur am Jungengymnasium gegeben hatte!

Wirklich eine Traum-Hochzeit!

Unendlich viel Liebe hat Er seitdem über unsere Familie ausgeschüttet und auf jedes unserer Gebete geantwortet, einschließlich des heißen Wunsches meiner Mutter, Er selbst möge die Heiratszeremonie für ihre beiden Töchter vollziehen. Persönlich überwachte und arrangierte er die Hochzeit meiner Schwester in Puttaparti, kümmerte sich um jeden Aspekt, vom Datum für einen günstigen Zeitpunkt bis ins kleinste Detail für die traditionelle Nadaswaram* Musik (* klassische indische Musik), das Menü und weiteres. Er schickte sogar eines Seiner Autos, mit Rosen geschmückt, für die Fahrt von Braut und Bräutigam zur Festhalle. Am Tag vor dem offiziellen Termin, vollzog Er selbst ihre Heirat in einer privaten Zeremonie, indem er die Mantras sang, während mein Schwager der Braut die von Swami materialisierte Halskette anlegte, um ihre Ehe zu heiligen.

„Dies ist eure wahre Hochzeit“, sagte Er. „Morgen heiratet ihr für die Welt.“

Er hat auch den Wunsch meiner Schwester erfüllt, das Mangalasutra–Halsband („Glückband“), das in der Hindu-Tradition als Symbol der Verheiratung getragen wird, möge von Ihm kommen. Es war wahrhaftig eine Traum-Hochzeit.

„Seid gewiss, dass ich Meine Versprechen immer halte !“

Einige Monate vor meiner Hochzeit gewährte Swami meiner Mutter und mir ein Interview. Meine Mutter trug ihre Sorge vor über die häufigen Meinungsverschiedenheiten zwischen meinem Verlobten Partha und mir und bat Swami, auf uns Acht zu geben und uns zu mehr Geduld und Zurückhaltung zu verhelfen. Swami lächelte nur und erzählte meiner Mutter von einem Vorfall, der wieder einmal seine unglaubliche Allwissenheit bestätigte.

Eines Tages hatten Partha und ich einen Streit gehabt. Erzürnt und niedergeschlagen ging ich zu Bett. Kaum war ich eingeschlafen, erschien Swami in meinem Traum. Er nahm mich in die Arme und wiegte mich wie eine Mutter. Die ganze Nacht lang hielt er mich wie eine Mutter ihr Kind und sagte kein Wort. Am Morgen erwachte ich, überwältigt von Seiner Liebe. Ich erzählte aber meiner Mutter nichts davon, weil ich nicht wollte, dass sie etwas über den Hintergrund erfuhr und sich wieder Sorgen machte. Ich erzählte nur Partha davon, und wir beide bedauerten den Streit und waren zutiefst bewegt von Swamis Anteilnahme.

 

Monate danach schilderte Swami im Interview meiner Mutter den ganzen Traum und sagte: „Du musst mir nicht sagen, dass ich auf sie Acht geben soll. Ich weiß mehr darüber, was in ihr vorgeht, als du ahnst, und werde immer für sie da sein, genauso wie in jener Nacht. Mit den beiden wird es gut gehen, mach dir keine Gedanken.“

Ich muss wohl nicht sagen, dass Swamis Liebe uns überglücklich machte und Seine Allwissenheit uns mit Ehrfurcht erfüllte.

Meine Hochzeit fand auch in Puttaparthi statt. Swami war aber zu dem Zeitpunkt in Bangalore. Zuvor hatte Er uns beide mit der Hochzeitskleidung beschenkt. Nach der Feier fuhren wir nach Whitefield, und Er segnete uns mit padanamaskar (Erlaubnis, die Füße des Herrn zu berühren), was als außerordentlich segensreich gilt.

In der Folgezeit kamen wir oft nach Puttaparthi, erhielten aber niemals ein Interview. Irgendwie, unterschwellig, beunruhigte es meinen Mann und mich, dass Swami uns als Paar noch nicht gesprochen hatte. Endlich, nach etwa einem Jahr, hielt ich eines Tages weinend Sein Bild in Händen und sagte Ihm, dass ich Sein Schweigen nicht länger ertragen könne, und dass Er mir in irgendeiner Weise zeigen möge, dass Er mir nicht böse sei,

In weniger als einer Woche rief mein Bruder an mit großartigen Nachrichten. Meine Mutter war gerade aus den USA zurückgekommen und sofort nach Puttaparti gereist, um Swamis Darshan zu haben und um einige Zeit bei meinem Bruder zu verbringen. Ich sollte sie in einer Woche dort abholen und nach Hyderabad begleiten. Unsere Mutter stimmte dem Plan zu, und Swami sagte: „Gut, bitte sie zu kommen.“ Ich freute mich riesig über diese Nachricht. Und dann geschah etwas Merkwürdiges. Swami stellte meiner Mutter für den Rest der Woche immer wieder dieselbe Frage.

Sie rief mich an und erzählte, dass alle äußerst erstaunt seien, weil Er nicht aufhörte zu fragen: „Kommt sie? Kommt sie?“ Ich konnte die Reise nach Puttaparthi kaum noch erwarten. Mein Mann hatte vor, seine Eltern zu besuchen. Er wollte nach Orissa aufbrechen am Tag meiner Abreise nach Puttaparthi. Einen Tag vorher fragte Swami meinen Bruder, ob Partha zusammen mit mir käme. Mein Bruder musste das verneinen. Als er mir davon erzählte, verstand ich es als Wink. Es bedurfte einiger Überzeugungsarbeit, meinen Mann nach Puttaparthi mitzubringen, weil er sich so sehr auf das Wiedersehen mit seinen Eltern freute. Aber zuletzt kamen wir beide mit Swamis Gnade in Puttaparthi an, und bis heute erscheint uns dieser Tag als der glücklichste in unserem Leben.

Swami rief uns zum Interview und überschüttete Partha mit so viel Liebe, machte ihm so viele Geschenke … es kam mir fast vor, als wollte er alle meine Zweifel darüber ausräumen, ob Er nicht vielleicht doch böse auf uns gewesen sein könnte. Er gab uns das Gefühl, geliebt und angenommen zu sein, wie nur Er es kann. Für mich materialisierte Er eine wunderschöne Kette und bat Partha, sie mir anzulegen. Und dann rezitierte Swami unsere Eheversprechen. Ein Jahr nach unserer Heirat wurden wir noch einmal getraut, und mein Traum von einer perfekten Hochzeit, wie ich sie bei meiner Schwester erlebt hatte, erfüllte sich auch für mich.

Danach sagte Er zu meiner Mutter: „Siehst du! Ich halte immer Meine Versprechen. Nun habe Ich die Hochzeiten deiner beiden Mädchen gesegnet. Mach dir keine Sorgen um alles Mögliche. Ich werde immer mit euch allen sein.“

 
   
Swami mit Mrs. Padmini Hundy (sitzend) und ihrer Familie

Worum sonst kann ein Mensch bitten … Er beschenkt uns mit einem Leben voller Liebe, und alles, was Er sich dafür von uns wünscht, gebe ich hier wieder in Seinen eigenen Worten an mich:

„Swami will nichts weiter von dir, Bangaru („Goldstück“). Sei einfach eine gute Tochter, eine gute Schwiegertochter, verhalte dich so, dass deine Schwiegereltern immer stolz darauf sein können, Swamis Kind zur Schwiegertochter zu haben. Sei eine gute Ehefrau und eine gute Mutter.“

Und das, meine lieben Freunde, ist alles, was Swami stets von jedem von uns erwartet …dass wir das Beste in uns zum Vorschein bringen und das Beste tun, was uns möglich ist. Für alles andere sorgt Er selbst.


 

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