August 2007 - Jahrgang 1 - 8. Ausgabe

 

Das Geheimnis der Glückseligkeit finden

Dr. John S Hislop


Dr. John Hislop, ein außergewöhnlicher spiritueller Sucher, war einer der ersten Devotees aus dem Westen bei Swami. Später schrieb er viele Bücher über Baba, von denen die beliebtesten „Mein Baba und Ich” und „Gespräche mit Bhagavan Sri Sathya Sai Baba” sind. Er war das Instrument, durch das die Sathya Sai Organisation der Vereinigten Staaten im Jahre 1975 gegründet wurde, und er reiste in diesem Zusammenhang kreuz und quer durch Amerika um über Swami zu sprechen. 

Es folgen Auszüge aus einem Diskurs, den er am 28. August 1990 gehalten hat.

Ich verneige mich vor den Lotos-Füßen des Herrn! Sai Ram, liebe Devotees! 

Die Bhajans waren sehr schön; ich hatte viel Freude daran – und ich bin sicher, Swami auch, denn Er ist hier, ja sogar realer als ich hier bin, realer als ihr hier seid.

Gott liebt es zu geben

In früheren Zeiten nahm Swami mich immer mit, wo immer Er hinging – wo immer Er mit dem Auto hinfuhr, kam ich mit.

Einmal fuhren wir von Bangalore nach Puttaparth, und wir hielten bei einem Freund und guten Devotee von Swami an, der Distrikt-Polizei-Chef war. Swami hatte auf seinem Weg nach Puttaparthi schon oft bei ihm zum Mittagessen angehalten. Wir fuhren diesmal auch nach Puttaparthi. 2-3 Wochen später kehrten wir nach Bangalore zurück. Und wieder hielten wir am Haus des Polizeichefs an.

Nun, wahrscheinlich kennt ihr das alle - zumindest viele von euch; ihr folgt Swami im Auto und ihr wisst ja, was dabei passiert. Wenn Swami Puttaparthi verlässt und nach Bangalore aufbricht, dann stehen Schlangen von Menschen auf der Straße, bis zum Berg. Dann kommt er in ein Dorf und fährt von hinten hinein; alle Kinder kommen zum Auto gelaufen und Swami hält dann an und ruft einen der reiferen Männer und gibt ihm etwas Geld, damit er für die Kinder Süßigkeiten kaufen kann.

 

 

 

Dr. Hislop spricht im Prashanthi Mandir.

Bei dieser Gelegenheit gab Swami all Sein Geld fort; und wir hatten noch eine beträchtliche Strecke Weges vor uns. Ich selbst hatte eine Rolle Rupien in meiner Tasche, Kleingeld und zwar: 2, 5 und 10 Rupien-Scheine; so sagte ich zu Swami:  „Swami, bitte, nimm dies an – es ist ein Geschenk von mir!” Er sagte: „Einverstanden!“ und nahm das Geld – das ja sowieso alles Ihm gehört – und verteilte es, bis wir schließlich an allen Menschen vorbei waren, die darauf warteten Geld zu bekommen. Als wir mit der Verteilung der Rupien-Scheine fertig waren, sagte Er: „Tu es in deine Tasche!“ Bedenkt, es ist Sein Geld, nicht meins; also tat ich es in meine Hosentasche. Dann kamen wir am Haus des Polizeichefs an und hielten an.

Nun, vielleicht habt ihr bemerkt, dass das Protokoll mit Swami im Auto so aussieht, dass bei der Abfahrt man selber zuerst einsteigt, d.h.: die Gäste steigen zuerst ein – Swami steigt zuletzt ein. Aber wenn wir am Bestimmungsort ankommen, ist das umgekehrt: Swami steigt zuerst aus – denn die Leute wollen Swami sehen und nicht die Fahrgäste! Später, wenn Swami ganz aus dem Auto heraus ist, steigt der Fahrgast aus.

Swami stieg also aus. Er war wie immer auf dem Rücksitz gewesen, und ich saß wie immer vorn, neben dem Fahrer. Er stieg also aus und ging los; es stand da eine lange Schlange Menschen vor dem Haus dieses Polizeichefs. Und Swami geht mit ihnen los. Dann sehe ich, wie er den Helfern Händevoll Geld gibt. Wir dachten: ‚Er gibt ihnen Geld! Er hat doch kein Geld; wie macht Er das?“

Ich langte also in meine Tasche – kein Geld! Er war die ganze Zeit nicht weniger als drei Meter von mir entfernt gewesen, ich war noch gar nicht aus dem Auto heraus; dennoch war kein Geld in meiner Tasche; Er hatte es dem Helfer gegeben. Jedes Mal, wenn ich daran denke, amüsiert es mich.

 

Der Göttliche und seine Gottheiten

Heute ist Ganeshas Geburtstag. Existieren diese Gottheiten eigentlich wirklich?

Erst einmal, nach Swami, ist das Leben überall, an allen Orten – jede Ebene der Existenz ist pure Lebensenergie. Jede Ebene - der ganze Kosmos - ist mit Leben gefüllt, von Wesen erfüllt. Einmal fragten die Philosophen Swami, ob diese großen Seelen, diese Gurus (Lehrer), diese Meister wirklich real seien. Und Er sagte: „Ja! Sie sind so real, wie ihr selbst – aber auch nicht realer!“ Was hat Er nun damit gemeint? Sie sind real, so real wie ihr selbst? Das heißt, sie existieren tatsächlich; genau so wie diese Körper hier existieren.

So, ich weiß nicht, wie viele von euch Mr. Zakir Hussein kennen, den Ex-Gouverneur von Goa, einem kleinen Staat in Indien. Da gibt es den Zakir-Hussein-Palast in Goa, wo Swami seine schlimme Blinddarm-Entzündung gehabt hat; alle Ärzte aus ganz Indien waren gekommen,  und Swami sagte: „In ein paar Stunden geh ich hinunter und werde sprechen!“ Und die Ärzte sagten: „Swami, wir sind die besten Ärzte aus ganz Indien, und wir müssen Dir leider sagen, dass Du in einer halben Stunde tot bist!“ Natürlich tat Swami genau das, was er gesagt hatte. Er stieg aus dem Bett, ging nach unten und hielt eine Ansprache.

Nun gut, Mr. Zakir Hussein erzählte mir einmal, dass er jemanden in Goa hatte, den er immer in den Palast einlud, wenn er Gäste hatte.

Und diese Person konnte in einem Kreis von 25 Menschen stehen und seine Hand etwa so bewegen und dann 25 verschiedene Objekte materialisieren. Nämlich genau das, was die entsprechende Person sich gedacht hatte; dieser Mann konnte etwas für sie materialisieren, genauso wie Swami.

Aber Dr. Hussein erzählte mir, dass er dies nur nach einem Gebet an die Göttin Durga konnte! Also hat Swami gesagt, dass genau wie der Vorsitzende einer großen Gesellschaft - der Vorstands-Vorsitzende -  Er nicht mit jedem Unter-manager verhandelt, oder jedem Kunden oder jedem zukünftigen Kunden. Er hat Abteilungs-Leiter, die sich um die Produktion, Distribution, Werbung und so weiter kümmern. Genauso – sagte Swami – hat Er einen großen ausführenden Stab. Und diese Gottheiten existieren, wie Durga, Ganesha und so weiter. Und sie haben eine Funktion, das heißt, sie spielen eine Rolle in dieser Maya-Welt. Diese Illusions-Welt, die in Wirklichkeit gar nicht existiert – außer in unserer Imagination. Aber wir wollen das Herz der Situation haben, den Schatz. Was ist also der Schatz für uns? Swami sagt: „Ich bin immer in Glückseligkeit! Ich mache mir niemals um etwas Sorgen. Nichts bedrückt mich jemals. Ich bin immer in Glückseligkeit – Ekstase!”

Haltet an dieser Glückseligkeit fest!

So, wer kann das von sich sagen? Ich sehe nicht viele Hände. Also, warum sind wir hier? Warum kommen wir zu diesen Treffen? Denn, wenn wir diese Quelle der Glückseligkeit, diese Quelle der Schönheit, der Liebe, der Freude und Ekstase in uns sprudeln hätten - immer neu und immer frisch, wie Swami sagt -, dann wären wir glücklich und würden nicht nach diesem und jenem Ausschau halten.  

Also, im Grunde - das ist die Basis unserer weltlichen Existenz - sind wir immer dabei, nach irgendetwas Ausschau zu halten. Wir möchten genießen, wir möchten erfolgreich sein, wir möchten glücklich sein; wir wollen Familie haben, wir wollen wichtig sein - das alles wollen wir. Wegen der großen Leere in uns - wir wollen diese Leere füllen.

Alle diese Dinge, die wir mit der physischen Welt zu tun haben - mit der Befriedigung unserer Wünsche und so weiter - alles, was wir finden, ist, wonach wir suchen, wonach wir uns wirklich sehnen, das ist die Quelle der Freude; diese Quelle der Glückseligkeit, die aus dem Inneren aufsteigt

Ein Mann namens Swami Rama, vielleicht habt ihr einige seiner Bücher gesehen, er schrieb von seinem Leben in den Himalayas; er hat eine große Organisation im Mittleren Westen, ein sehr netter Mann. Er wuchs als Junge in den Himalaya Bergen auf - lebte mit den Yogis und den anderen Menschen dort und wanderte als Junge dort herum.

 

Er schrieb ein sehr interessantes Buch über seine Erfahrungen als junger Mann. Und er schreibt, dass er einmal zu einem sehr bekannten Yogi kam. Er hatte jemanden bei sich, der diesen Yogi sprechen wollte. Sie warteten und machten Geräusche und schließlich kam der Yogi aus seiner Meditation heraus und sagte: „Was wollt ihr?“ Darauf sagte Swami Rama: „Dieser Mann möchte dich sprechen.“ Und er sagte: „Gut, aber warum habt ihr das gemacht? Ich war in so einer Seligkeit mit meinem Guru, meinem Gott, und nun habt ihr mich herausgerissen um zu sprechen.“ Er fand also seine Quelle der Freude, wenn er in tiefer Meditation, in seinem Samadhi, war.

Aber Swami braucht kein Samadhi. Er hat die Quelle der Glückseligkeit, die aus dem Herzen kommt, jeden Augenblick, Tag und Nacht.

Genauso war es mit Ramana Maharshi – er erlebte die Quelle der Glückseligkeit auch die ganze Zeit. Erinnert ihr euch an diesen großartigen Heiligen? Ramana hatte Krebs, der aus seinem Arm kam. Die Devotees wollten ihn operieren, aber er wollte es nicht. Also war die Operation nicht erfolgreich und der Tumor kam wieder. Und jemand fragte ihn: „Swami, Du musst furchtbare Schmerzen haben mit diesem Tumor, der da immer aus deinem Arm herauskommt.“ Und er hielt einen Moment inne und sagte: „Ja, da ist Schmerz, aber Ich habe keine Schmerzen.” Er machte einen klaren Unterschied zwischen dem Körper und ihm selbst. Er wusste von seiner früheren Erfahrung als Junge, als er plötzlich fühlte, dass er sterbe würde, und er legte sich auf den Boden und fühlte seinen Körper, als ob er tot sei. Dann stellte er fest: „Der Körper ist tot; ich bin ohne Leben und dennoch bin ich da!“ So erlangte er das Bewusstsein von diesem „Ich”, diesem Selbst. Und niemals mehr für den Rest seines Lebens – nicht mal für einen Augenblick – ließ er diesen Gedanken los, dieses Bewusstsein, dieses „Ich“. Und Swami sagt das gleiche: „Wenn du diese Todesangst, diese Realität erfährst, halte sie fest! Lass sie niemals wieder gehen. Auch wenn ihr vorübergehend Glück fühlt, vorübergehende Freude, haltet sie fest, lasst sie nicht verschwinden. Bleibt bei der Freude. Das ist die einzige Realität. Der Rest ist Einbildung!” Das ist es, wonach wir wirklich streben! Und wir möchten es natürlich auch für alle anderen Menschen haben. Aber wie erreichen wir diesen Höhepunkt, diese Befriedigung dieses fundamentalen Bedürfnisses?

Der Fundamentale Schritt zu Gott

Wir gehen nach Swamis Anweisung vor. Nun kennst Du das schon, aber jedes Mal, wenn wir sprechen, sollten wir die Grundgedanken festhalten, bevor wir weitergehen. Was sind also die Schritte? Wie stellen wir es an, uns selbst zu finden – das, was wir wirklich sind? Wie kommen wir in Kontakt und wie können wir sie wirklich sein, die Quelle, aus der alles kommt, erblüht und entsteht?

 

Swami sagt uns, dass es erreicht werden kann durch die Reinigung des Geistes und des Herzens. Der einzige Grund, dass wir dieser maya unterworfen sind, ist, dass unser Geist und unser Herz nicht rein sind – sie sind angefüllt mit Wünschen und Enttäuschungen, Hass und Zorn. Aber wenn wir diese beiden Eigenschaften reinigen können, durch Seva, durch Meditation, durch Gebet zu Gott, durch die Beobachtung unserer Handlungen, wenn wir sehen, wie wir etwas Hässliches tun, das ist alles, was nötig ist, es wird verblassen und verschwinden. Und wir können auch unseren Geist und unser Herz reinigen, indem wir die göttlichen Namen rezitieren - welcher Name immer uns gefällt - Sai Ram, OM Sai Ram - denn, Swami hat uns gesagt, dass es keine Trennung zwischen Name und Form gibt. Du sprichst Gottes Namen aus und Seine Form ist da. OM Sai Ram - Swami ist hier. Seine Form ist hier neben mir, in jedem Augenblick. Und genauso ist es mit euch: Wenn ihr den Namen Gottes wiederholt, ist Swami bei euch. Ihr könnt Seine Hand nehmen und mit Ihm durch den Tag gehen - an Seiner Hand.

Wenn ihr nun an Swamis Hand die Straße hinunter geht, wie könnte ihr dann Gefühle wie Hass, Zorn und Grausamkeit hervorkommen lassen? Es ist unmöglich. Genauso, wenn ihr zu Hause sitzt, vielleicht sitzt Swami auf eurem Stuhl. Wie Swami sagt: „Wenn ihr zu Hause seid, solltet ihr euch Mutter Sai vorstellen - setzt euch zu ihren Füßen und behandelt sie sehr liebevoll, noch zärtlicher, mit noch mehr offener Zuneigung als eure eigene Mutter.“

Einmal war eine Frau mit mir im selben Interview und Swami sagte ihr: „Umarme mich nicht so fest, Du tust mir weh an den Knien. Wir fragten die Dame später. „ Was hat Swami damit gemeint?“ Nun, es stellte sich heraus, dass sie zu Hause sich immer Swamis Anwesenheit vorstellte, und sie sah Swamis Füße und sie nahm Ihn in den Arm – in ihrem Haus. So weit von Indien entfernt. Und Swami sagt im Interview: „Du hältst mich zu fest!”

Wenn wir uns also vorstellen können, dass Swami in jedem Augenblick des Tages bei uns ist, dann ist die Aufgabe getan. Unser Geist und unser Herz werden automatisch gereinigt – Hass, Zorn und all diese Grausamkeiten, die in dieser Welt passieren, sind Blumen der Dunkelheit – Blumen in der Nacht. Sie können im Licht der Sonne nicht überleben! Und Swami ist dieses Sonnenlicht. Wenn Du Ihn bei dir hast, können sie nicht überleben. Sie welken dahin ohne irgendeine Bemühung von deiner Seite. Keine Anstrengung ist nötig; sie verschwinden einfach und du siehst sie nicht wieder!

Das ist die Aufgabe, die wir uns selbst stellen, wir müssen sie selbst ausführen; wenn wir zufrieden sind mit der Welt, wie sie ist, stellen wir Sai Devotees uns eine Aufgabe – wir wollen das Geheimnis der Glückseligkeit herausfinden, das Geheimnis der höchsten Freude, das Geheimnis der Freiheit. Und dazu sagt Swami: „Alle Schriften sagen, von Ashtavakra zu anderen großen Heiligen, dass es äußerst wichtig ist, die Form des geliebten Gottes allezeit in eurem Geist zu halten!“

Erinnert ihr euch an die Geschichte von den beiden Himmelshütern? Sie hatten gesündigt und sollten aus dem Himmel ausgestoßen werden, und Gott gab ihnen die Wahl: Er sagte: „Ihr könnt als meine Devotees inkarnieren und 15 bis 20 Reinkarnationen haben und dann kommt ihr zurück. Oder ihr könnt als meine Feinde inkarnieren und ihr braucht nur 2 Inkarnationen auf euch zu nehmen.“ Wie kommt das? Der Grund ist: Wie oft am Tag wandern die Gedanken von uns Devotees hierhin und dorthin, Erinnerungen, Freunde, Erwartungen – manchmal erinnert man Swami und schon ist der Geist wieder fort. Unser Geist ist nicht allezeit beim Herrn. Aber wenn es um unseren Feinde geht! „Oh, wie ich diesen Kerl hasse! Was er mir angetan hat. Ich werd’s ihm zeigen!” Wir denken die ganze Zeit an den Feind. Also diese beiden, die als Feinde Gottes gekommen sind, die haben an Ihn die ganze Zeit gedacht. Das war genug, die ganze Unwissenheit aufzulöschen und sie zurückzubringen.

Das ist das Herz unserer Aufgabe: Swami allzeit zu erinnern ; jede Handlung Ihm zu widmen!

Wenn Du hierher kommst, statt einfach ins Auto zu steigen, sag: „Ich reiche Dir diese Handlung dar, Swami, ich bin nicht der Handelnde, Swami; Du bist der Handelnde. Ich bin nur der Zeuge. Mein Leben geht vorbei wie eine Bilderfolge – wie ein Film vor mir, alles durch Karma verursacht; das, was gedacht, gefühlt, getan wurde, es hat seine Wirkung! Und hier ist diese Show, die vor meinem Herren abgeht; aber ich habe damit nichts zu tun; ich bin davon getrennt, Ich bin Ich und Ich bin das Selbst, und deshalb reiche ich alles Dir dar, mein Herr!“  

Swami hat immer wieder gesagt: „Krishna und Seine Anweisungen an Arjuna, wie man Befreiung erlangt – in der englischen Sprache können wir es nicht korrekt ausdrücken – wir sagen: Wie man Befreiung erlangt – das ist total falsch! Wir sind schon befreit; wir haben Angst wegen der Sprache, wir seien Menschen, die sich zu Gott entwickeln, zur Freiheit, zur Erlösung – völlig unrichtig nach Swami und den Weisen!

Wir spielen unser Spiel in dem Drama

Gott ist herunter gekommen und hat menschliche Gestalt angenommen. Wir müssen nicht zu Gott aufsteigen – wir sind Gott! Swami hat bei so vielen Gelegenheiten gesagt: „Wenn jemand dich fragt, wer du bist, antworte nicht: ‚Ich bin Hislop’, du sollst sagen: ‚Ich bin Gott, ich spiele die Rolle von Hislop.’“

Ihr seid Gott und spielt die Rollen von all diesen Leuten. Und so sollt ihr immer wie der Schauspieler in Seinem Stück denken. Spielt eure Rolle, ergreift eure Rolle, fühlt eure Rolle mit aller Kraft – aber vergesst niemals, wer ihr wirklich seid; wenn das Spiel vorbei ist, geht ihr nach Hause. Ihr sollt immer daran denken, dass ihr nur Spieler in diesem Drama des Lebens seid, das jeden Tag vor uns geschieht. Wir spielen nur unsere Rolle, wir sind auf unserem Weg zu Gott.

Und Er sagte auch: „Wenn dieses Drama anfängt, Dir real zu erscheinen, verneine seine Realität.“ Du bist nicht dieser Körper oder dieser Geist oder diese Persönlichkeit – das ist nur die Rolle, die wir im göttlichen Schauspiel des Herren spielen, wir müssen es mit all unseren Kräften spielen – aber nicht vergessen, wer wir wirklich sind!  

Eine Dame, Millionärin, großes Haus, liebe Familie – spielt im Stück die Rolle einer Frau von der Straße. Viel Kummer und Angst und wenn sie weint, weint das Publikum mit. Obgleich sie ihre Rolle so dramatisch und so realistisch spielt, glaubst Du, dass sie jemals vergisst, wer sie wirklich ist?

Aber wenn das Spiel vorbei ist, wird sie die Schminke und die Perücke abnehmen und in ihren Rolls Royce steigen und nach Hause fahren. Das vergisst sie nicht. So sollte es auch mit uns sein. Egal, wie sehr wir in diese Maya (Illusion, Täuschung) der Welt involviert sind – wir sollten uns niemals erlauben zu glauben, dass es wirklich wir sind, die da involviert sind; wir sind Gott; wir sind die Zeugen von all diesem –wir sind Gott und spielen eine bestimmte Rolle auf dem Weg zu Ihm.

 

Wenn wir also diese Quelle der Glückseligkeit finden wollen, diese immer frische göttliche Freude, dann müssen wir diese Dinge zu Ende denken und die feste Entscheidung treffen, dass wir göttlich sind. Swami sagt: „Dieses Ich, ohne etwas dazu, ich bin ein Mann, ich bin eine Frau, ich bin groß, ich bin klein, ich bin jung, ich bin alt – nur Ich, dieses Ich ist Gott. Das ist Gott!”

Also beobachten wir unser Leben. Wir können sehen, dass, während wir durch das Leben gehen, egal was uns passiert, das „Ich“ dasselbe bleibt. Tag ein, Tag aus kehrst du zu dir zurück, setzt dich in dich selbst zurück, und alles was du sehen kannst, ist, dass dieses „Ich“ sich nicht ein Iota verändert hat, seit deiner ersten Erinnerung als kleines Kind. Es ist genau immer das gleiche „Ich“ – es hat nichts gelernt, es hat nichts vergessen, hat sich nicht verändert – genau dieses „Ich“! Das ist Gott!

Das sollten wir also sehen, das sollten wir fühlen und uns nicht erlauben, eingefangen und fortgetragen zu werden vom Rest der Ereignisse in unserem täglichen Leben und dann verloren gehen. Das ist unsere Sache, die Sache der Sai Devotees; was für ein Glück haben wir, zu dieser Zeit geboren zu sein; und von unserem Herrn zu wissen; unseren Swami zu kennen; die wundervollen Lehren von Swami zu hören, und in der Lage zu sein, sie in die Praxis umsetzen zu können.  

 

Das einzig Wahre  ist Er

Frage: Bei dem, was Sie sagen: Was hat all das Wissen, was wir in unseren Leben anhäufen, überhaupt für einen Sinn und was passiert mit all diesem Wissen, wenn wir sterben.

Antwort: Ich habe einmal zu Swami gesagt: „Swami ich möchte etwas verstehen?“ Er sagte: „Hislop; Du bist ok. Im Laufe der Zeit wirst Du immer weniger an Verstehen interessiert sein, denn du siehst, dass im Verstehen einer sein muss, der versteht und das, was verstanden wird – Dualität; daher falsch, unreal. Nur Realität ist Gott. Alles ist Gott. Nichts anderes ist Gott! All dies Lernen, all dies Verstehen hat mit Dualität zu tun.”

Wenn wir mit Gott verschmelzen, verlieren wir diese eingebildete Individualität und werden Gott. Um Gott zu verstehen, musst du Gott sein. Der Verstand mit dem du denkst, kam später, nicht vorher; deshalb kann die Sprache nicht über dem Geist stehen. Und Gott ist vor dem Geist.

Also sagt Swami: „Wir sollten uns nicht zu sehr um den Geist sorgen, aber  wir sollten andauernd üben, distanziert zu sein.“ Es ist unmöglich, das Göttliche zu verstehen und zu verwirklichen ohne Distanziertheit. Und Distanziertheit entsteht, wenn wir die Dinge durchdenken.

Seht, Swami sagt, dass die Menschen spezielle von Gott gegebene Fähigkeiten haben. Eine der speziellen Kräfte, die dem Menschen von Gott gegeben wurden, ist die Fähigkeit, Dinge zu durchdenken – Dinge verstandesmäßig zu erfassen. Das ist eine dem Menschen von Gott gegebene Eigenschaft. Wir haben die Fähigkeit - jede Person hier - uns still hinzusetzen, diese Dinge zu durchdenken und die Wahrheit zu erkennen.

Swami mit Mr. und Mrs. Hislop

 

Wenn wir nun die Wahrheit erkennen, sagt Swami: „ … ist keines von diesen sadhanas  nötig.” Ihr könnt sie alle vergessen – Bhajans, Seva, Gebet, Meditation – vergesst sie alle, denn alle diese sind nur dazu da, in die Wahrheit zu kommen, die Wahrheit zu sehen! Also können wir die Dinge durchdenken.

Dann haben wir die Kraft und die Willensstärke, sie in unserem täglichen Leben in die Praxis umzusetzen. Diese Willenskraft ist göttliche Willens-Kraft – wir haben sie. Wir wollen die Willenskraft des Göttlichen, um unser Leben entsprechend unserem tiefen Verständnis unserer Situation zu verändern. Wir machen Schluss damit, unser Leben durch unsere Sinne oder durch unseren wandernden Geist leiten zu lassen. Die Intelligenz hat die Führung über den Geist übernommen und über die Sinne, und sie wird handeln, wenn du dich auf deine eigene Willenskraft verlässt - auf Gott.

Und was unsere Alltags-Welt betrifft, unsere Handlungen in unserer täglichen Welt: Was sollen wir tun? Was sollen wir nicht tun? Wir können immer die Antworten bekommen, indem wir bewusst handeln. Swami erzählt uns unentwegt, dass Gott in uns wohnt. Er ist das einzig Reale, das existiert – alles andere um mich ist Einbildung. Aber Er wohnt in mir als Bewusstsein und deshalb, wenn wir unser Bewusstsein fragen, dann fragen wir Gott direkt und unser Gewissen gibt uns eine korrekte Antwort.

Danke für euer Zuhören.