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| August 2007 - Jahrgang 1 - 8. Ausgabe |
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Florence Nightingale (1820-1910), deren Todestag auf den 13. August fällt, wurde in Florenz, Italien, in einer britischen ‚upper class’-Familie geboren. Ihr Vorname wurde ihr nach ihrer Geburtsstadt gegeben. Die größte Errungenschaft von Florence Nightingale bestand darin, dass sie die Krankenpflege erfolgreich zu einem geachteten Beruf für Frauen etablierte, besonders da diese zur damaligen Zeit noch gering geschätzt wurde. Eines Tages, als sie noch ein Kind war, ging sie gerade mit einer Freundin durch ein Gehölz und stieß auf ein kleines Häuschen. Ein Hirte lebte dort mit seinem Hund genannt Cap. Cap war das einzige Familienmitglied, das der Hirte hatte, und Cap liebte seinen Herrn. Florence sah den Hirten ohne seinen Hund und fragte ihn: „Wo ist Cap?“ |
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Fräulein Florence Nightingale |
Der Hirte sah sehr traurig aus. Ohne Cap hätte er überhaupt keine Familie mehr.
„Es tut mir sehr leid für dich“, sagte Florence. „Aber höre mal, zu Hause habe ich viele Tiere und ich kann mich um sie kümmern. Könnte ich deinen Hund einmal sehen?“
Der Hirte bat Florence und ihre Freundin ihm zu folgen. Er führte sie dorthin, wo der Hund war. Florence holte etwas Wasser und begann Caps Bein behutsam zu baden. Sie fand heraus, dass es doch nicht gebrochen, sondern nur schwer verletzt war. Sie kümmerte sich um Cap mit Liebe und Hingabe, bis er wieder gesund war und wieder die Schafe des Hirten hüten konnte. Der Hirte war überglücklich, dass er seinen Hund zurück hatte. Diese Geschichte über die Betroffenheit von Florence Nightingale gegenüber Kranken ist symbolisch für den Faden, der sich durch ihr Leben zog.
Als sie 17 Jahre alt war, hatte sie eine starke spirituelle Erfahrung, die sie zu einem Leben im Dienst an Gott führte. Sie fühlte sich zur Krankenpflege hingezogen und erhielt im Jahre 1850 eine Ausbildung in einer Schule für Krankenpflege in Deutschland.
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Während des Krimkrieges (1853 – 1856), der von den Briten in der Türkei geführt wurde, waren die Temperaturen, dort wo die Soldaten kämpften, beißend kalt. Viele von ihnen waren sehr krank und ohne Pflege, da wenige Frauen dorthin wollten. Florence entschied sich dorthin zu gehen und den leidenden Soldaten zu helfen. Nach vielen Reisetagen erreichte sie mit 38 weiteren Pflegerinnen das Gebiet fern des Kampfgeschehens und fand die verwundeten Soldaten, die von dem überarbeiteten ärztlichen Personal nur sehr unzureichend versorgt wurden. Arzneimittel waren Mangelware, die Hygiene wurde vernachlässigt und Massen-Infektionen waren die Regel; viele starben. Es gab keine Ausstattung, um hygienisches Essen für die Patienten zu bereiten. Florence und ihre Landsmänninnen begannen damit, das Krankenhaus und die Ausstattung gründlich zu reinigen und die Pflege der Patienten neu zu organisieren. Jedoch sank während dieser Zeit die Todesrate noch nicht; im Gegenteil, sie fing sogar an zu steigen. Die Zahl der Toten war hier die höchste unter all den Krankenhäusern in der Region. In ihrem ersten Winter starben 4077 Soldaten. Zehn mal mehr Soldaten starben an infektiösen Krankheiten wie Typhus, Cholera und der Ruhr als an Wunden aus dem Gefecht. Die Verhältnisse in diesen notdürftigen Krankenhausbaracken waren verhängnisvoll für die Patienten: totale Überbelegung, defekte Kanalisation und fehlende Lüftung. |
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Den Soldaten während des Krimkriegs helfend |
Im März, 1855, fast sechs Monate nachdem Florence Nightingale angekommen war, musste eine Gesundheitsschutz-Kommission von der britischen Regierung geschickt werden, die das Ausspülen der Kanalisationsrohre anordnete und die Lüftung verbesserte. Ergebnis war, dass die Todesrate sich stark reduzierte.
Nightingale glaubte weiterhin, die Todesraten seien durch mangelhafte Ernährung und Versorgung und durch Erschöpfung der Soldaten bedingt. Erst nachdem sie nach Britannien zurückgekehrt war und durch die Königliche Kommission für die Gesundheit der Armee Beweismaterial erhalten hatte, kam ihr die Erkenntnis, dass die meisten Soldaten im Hospital durch die armseligen sanitären Umstände zu Tode kamen. Diese Erfahrung bestimmte ihre spätere Karriere, sodass sie zur Anwältin für die große Bedeutung hygienischer Lebensbedingungen wurde. Dadurch vermochte sie auch die Sterbezahlen in der Armee während Friedenszeiten zu verringern und konnte ihre Aufmerksamkeit außerdem auf den Aspekt der sanitären Verhältnisse in Krankenhäusern richten.
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Florence and ihre Krankenschwestern |
Florence Nightingale spielte eine zentrale Rolle in der Gründung der Königlichen Kommission für die Gesundheit der Armee. Sie schrieb den über tausend-seitigen Bericht der Kommission, der detaillierte statistische Berichte beinhaltete (sie war eine talentierte Statistikerin), und sie war maßgeblich an der Durchsetzung der Empfehlungen beteiligt.
Der Bericht der Königlichen Kommission führte zu einer bedeutsamen Verbesserung der Pflege in der Armee, der Gründung einer medizinischen Armeeschule und zu einem ganzheitliches System der medizinischen Heeresberichte. 1855 fand eine öffentliche Konferenz statt, um Florence Nightingale für ihre Arbeit im Krieg Anerkennung auszusprechen; sie führte dann zur Gründung des Nightingale Funds für die Ausbildung von Krankenschwestern. Großzügige Spenden strömten und 1859 hatte Nightingale aus ihrer Stiftung £ 45,000 zur Verfügung, um die Nightingale Ausbildungstätte im St. Thomas Krankenhaus am 9. Juli 1860 zu errichten. Nightingale schrieb auch das Buch Notes on Nursing (Notizen zur Krankenpflege), ein 136 Seiten dickes Buch, das 1860 veröffentlicht wurde und das als Eckstein für den Lehrplan der Nightingale Schule und anderen Krankenpflege-Schulen diente. Notes on Nursing verkaufte sich auch gut an die allgemeine Leserschaft und wird als klassische Einführung in die Krankenpflege angesehen. |
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Nightingale verbrachte den Rest ihres Lebens damit, die Gründung und Entwicklung des Krankenpflegeberufs zu fördern und diesen in einer modernen Form zu organisieren. Ihr Leben war unermüdlicher inspirierter selbstloser Dienst. Und wir verdanken es Menschen wie ihr - manche bekannter, andere weniger bekannt -, dass die Welt heute immer noch ein schöner Ort zum Leben ist. Lasst uns von ihr lernen, dass es im Leben nicht nur um uns selbst geht, sondern, dass unser Leben erst dann ganzheitlich und erfüllt ist, wenn wir uns mit Liebe und Freude auch unseren Mitmenschen zuwenden.
- Heart2Heart Team