![]() |
| August 2007 - Jahrgang 1 - 8. Ausgabe |
|
Er ist mein Swami Teil - 4 In der letzten Ausgabe hatten wir den letzten Teil der über eine Stunde langen Unterhaltung veröffentlicht, die von Radio Sai vor einigen Wochen gesendet wurde. Das Gespräch wurde geführt zwischen Frau Padma Kasturi (gewöhnlich Padmamma genannt), Tochter von Sri N. Kasturi, dem Biographen von Swami, und Frau Rajeshwari Patel, einer ehemaligen Studentin von Swamis Universität; nun ist sie Fakultätsmitglied der Anantapur Hochschule der Sathya Sai Universität. Hier bringen wir den ersten Teil des zweiten Interviews.
Rajeshwari Patel (RP): Aum Sri Sai Ram! Willkommen bei Radio Sai Global Harmony. Frau Padmamma ist wieder einmal unter uns, um mit uns einige ihrer eigenen unvergesslichen Erfahrungen mit unserem geliebten Bhagavan zu teilen. Willkommen im Studio von Sai Global Harmony! Padma Kasturi (PK): Danke dir, Rajeshwari. RP: Das letzte Mal, als wir uns hier nach dem Interview trafen (in welchem Sie sehr liebevoll über Ihren Vater sprachen), fragte ich Sie, als wir nebeneinander herliefen, ob ich Sie zurück zu Ihrem Haus begleiten solle – denn es war spät – und Ihre Antwort zu diesem Anlass klingt immer noch in meinen Ohren nach: „Nein! Dies ist mein Prashanti Nilayam! Ich kenne diesen Ort besser als du“, sagten Sie. Ich empfand einen freudigen Ton der Zugehörigkeit in Ihrer Stimme. Ich nahm wahr, dass Ihr Leben sehr mit Bhagavan und diesem Ort verbunden ist. Also würde ich gerne diese Sitzung mit einer Frage beginnen, die sich darauf bezieht. Bitte erzählen Sie unseren Zuhörern von „Ihrem Prashanti Nilayam“ wie Sie es nennen. Wie war es in jenen Tagen? Was war die tägliche Routine?
PK: Ja mit dem ganzen Gepäck durch den Sand … RP: Mussten Sie also über den heißen Sand? RP: Wie viele Stunden dauerte die Reise denn eigentlich von Bangalore nach Puttaparthi mit all diesen verschiedenen Unterbrechungen? PK: Wir starteten in Bangalore um 9 Uhr morgens und erreichten Puttaparthi gegen 5 oder 6 am Abend. Und das Beste an der ganzen Sache war, dass Swami auf uns wartete. Wann immer auch ein Ochsenkarren ankam, war Er in der Nähe, um uns zu empfangen. RP: Oh! Also hat Er Ihnen einen herzlichen Empfang bereitet! PK: Ja, wir fühlten uns auf jeden Fall nicht erhitzt von der Reise! Wir bekamen sofort Namaskar (die Möglichkeit Seine Füße zu berühren) und falls irgendwelche kleinen Kinder im Ochsenkarren aufzufinden waren, hat Er sie persönlich aus dem Karren herausgehoben und hingestellt und ist sofort zum Haus geeilt und hat uns sogar gefragt: „Was habt ihr Mir mitgebracht?“ wie ein kleines Kind – ein Verwandter – weißt du! PK: Er wusste es natürlich immer, aber wann immer auch ein Ochsenkarren ankam, war Er stets anwesend, um zu empfangen. Also war es immer eine wundervolle Erfahrung nach Puttaparthi zu kommen.
RP: Also bekam jeder ein Interview? PK: Meistens bekam jeder ein Interview. Und wir bemühten uns ein Interview an dem Tag, an dem wir abreisten, zu bekommen, denn so konnten wir dann auch gleich das Prasadam mitnehmen. RP: Wie viele Menschen waren im Durchschnitt regelmäßig anwesend? PK: Im Durchschnitt gegen 200 bis 300, das war’s. RP: Jeden Tag? PK: Ja, jeden Tag. RP: Und an Festtagen? PK: Oh! An jenen Festtagen war die Mandir Halle gefüllt! Wir sagten dann: „Oh! So viele Menschen! Die Halle ist voll!” und heute ist die Halle jeden Tag voll! RP: Ja mehr als voll! Also gab es keinen festen Tagesablauf?
RP: Zu welcher Zeit? PK: Das war zwischen 6 und 7 Uhr. RP: Oh! Gab es auch Interviews am Abend? PK: Nein, nicht viele. Interviews gab es hauptsächlich am Morgen oder während der Bhajans – wie Er es wünschte. Es gab keinen festgelegten Tagesablauf wie heute. RP: Also war Er kurzum der Meister des Ortes! PK: Ja. Also wie auch immer, da wir keine Elektrizität hatten, mussten wir Wasser aus den Brunnen schöpfen – es gab zwei Brunnen dort – und wir Frauen versammelten uns zwischen 4 und 6 Uhr am Abend und gossen die Pflanzen. Einige kräftige Frauen holten das Wasser herauf und wir jungen Frauen bildeten eine Kette und übergaben eine der anderen die Wasserkrüge. Und einige ältere Damen, die kein Wasser tragen konnten, sammelten die leeren Gefäße ein und brachten sie fort. Das war die tägliche Routine, von 4 bis 6 Uhr. RP: Waren also ausschließlich die Frauen mit dem Bewässern der Pflanzen beschäftigt? PK: Ja und manchmal spazierte Swami durch den Garten und kam heran und sprach zu uns und nachdem wir gegossen hatten, gab Er uns manchmal einige Früchte oder anderes Prashad – also haben wir es wirklich genossen. RP: Wissen Sie, das letzte Mal, als Sie über Ihren Vater sprachen, sagten Sie, dass Sie unglücklicherweise nicht anwesend waren, als Bhagawan eine Bild von Ihrem Vater machte, und die Fotographie stellte sich natürlich als Streich heraus, den Er Professor Kasturi spielen wollte. Waren Sie zu irgendeiner Zeit einmal in einen ähnlichen Vorfall verwickelt?
RP: Hielt er ebenfalls den Krug? PK: Ja, einen kleinen Krug. Dann war da noch ein Problem, es gab nur einen Photographen in Puttaparthi und der war ein junger Mann. Swami wollte nicht, dass ein solcher junger Mann käme, um alle diese jungen Damen zu photographieren; also bat er meinen Vater zu kommen und das Bild zu machen. Mein Vater sagte: „Swami! Ich weiß nicht einmal, wie ich scharf stellen soll oder die Kamera zu halten habe!“ RP: Also wollte Swami nicht einmal, dass der junge Photograph durch den Fotoapparat schaute und ein Bild machte? PK: Ja. Dann sagte Swami: „Nein! Mache dir keine Sorgen. Ich werde dir beim Einstellen der Kamera helfen und ich werde dir alles zeigen. Du halte einfach die Kamera; Ich gehe dann zurück und setzt Mich auf den Krug und wenn Ich ‚Fertig’ sage, klickst du einfach!“
Abendessen beim Mondlicht! PK: Ja. RP: Mir ist zu Ohren gekommen, dass Sie mehrere Gelegenheiten hatten, Abendessen bei Mondlicht mit Baba zu erleben? PK: Ja. RP: Bitte berichten Sie uns davon! PK: Swami mochte Abendessen bei Mondlicht sehr gerne. Wann immer es ein Vollmondtag war, sagte Er zu allen: „Oh, lass uns einfach nach draußen gehen auf die offene Mandir Terrasse und unser Abendessen dort einnehmen!“ RP: Oh! Mandir Terrasse? Was ist mit den Sandbänken am Chitravati-Fluss? Hat Er die Leute dort auch hingeführt? PK: Nein. Diese Abendessen fanden für gewöhnlich ausschließlich auf der Terrasse statt. RP: Was waren die Lieblings-Gerichte von Swami? PK: Oh, Wadas oder Bhajis. RP: Das mochte Er?
RP: Gab es einige mythologische? PK: Ja, einige mythologische. RP: Bestimmt haben alle das genossen! PK: Ja. Und nachdem das Abendessen beendet war, führten wir Aarti vor Swami aus. Einmal fragte Er nach einem leeren Teller. Jemand gab Ihm eine leere Silberplatte. Er schlug einfach von unten gegen die leere Platte und die ganze Platte war voller Vibhuti! RP: Oh mein Gott! Und dann gab Er es an alle weiter? PK: Ja. Er gab uns allen davon. Und wir genossen die Situation! Ich denke, dass ich diese Abendessen Partys bei Mondlicht mindestens zweimal oder dreimal erlebt habe; alle sind unvergesslich! RP: Mit all diesen alten Liedern, die im Hintergrund spielten! Das muss Spaß gemacht haben! Wie war das an Ekadashi Tagen? Waren Sie dabei, als Bhagavan Amrita (Nektar) und all das machte? PK: Ja! Ich war oft dabei – 3 oder 4-mal mindestens. Es gab mal ein ganz besonderes Vaikuntha Ekadashi. Es fand 1957 statt – ich erinnere mich an dieses Jahr, weil Swami in diesem Jahr meines Vaters 60. Geburtstag im Mandir feierte. Und da mein Vater am ersten Weihnachtsfeiertag geboren wurde, war das im Dezember, und Vaikuntha Ekadashi fällt für gewöhnlich auch auf Ende Dezember. Swami führte uns alle zum Chitravati Fluss und sagte: „Wir werden ein Abendessen bei Mondlicht am Chitravathi einnehmen!“ – Es war sehr selten, aber manchmal kam so etwas vor. Wir bereiteten alle Essen vor und brachten es dort hin und Swami sang einige Bhajans. RP: Und wurde die Petromaxlampe auch mitgenommen? PK: Ja. Wir nahmen sie mit, da - sobald wir zurückkehrten - es bereits dunkel und spät war; also nahmen wir Taschenlampen mit, denn die Straßen sahen noch nicht so aus wie heute!
RP: Wir haben von Ihm gehört, dass Er den Linga aus sich hervorholt, aber dies ist etwas Seltenes! PK: Er nahm gelegentlich einige Dinge aus einem Silberbecher oder Silberbehälter oder manchmal holte Er ein Muschel-ähnliches Ding aus dem Sand und Er goss Amrita aus diesem Behälter. Aber dieses Mal holte Er es aus Seinem Mund hervor. Und Er fragte meinen Vater: „Hast du bemerkt, was da in Meinem Magen ist? Da ist der Amrita-Kalasha (der Nektar-Krug)!“ RP: Oh! Das hat Er gesagt? PK: Ja! RP: Also ist in Seinem Magen das Nektar-Gefäß! PK: Ja. Ich denke, dass wir alle sehr viel Glück hatten, das wahre Amritam von Ihm zu bekommen. Ein wirkliches Amrita-Kalasha! RP: Und das auch noch von Maha – Vishnu! Und das auch noch an einem solchen Glück-verheißenden Tag! PK: Ja. Und Er gab es an alle. Er gab uns nie Amritam in unsere Hände. Er goss es mit einem Löffel Selbst in unseren Mund! Das war allerdings sehr schwer, da wir unseren Mund direkt vor Swami weit öffnen mussten! RP: Und dann hat Er es Ihnen eingeflößt! Das ist gut. Haben Sie jetzt noch irgendwelche Erinnerungen an jene frühen Jahre?
Die alten Tempel wiederbeleben PK: Ja, ich habe noch welche. 1954 erschuf Swami 9 Shivalingas für Shivaratri; sie kamen aus Seinem Mund hervor; sie waren klein; einen gab Er meiner Großmutter und sie verehrten das linga und verrichtete abhishekam (heilige Waschungen). RP: Also ist dieser jetzt bei Ihnen? PK: Ja dieser ist jetzt bei mir. RP: Verrichten Sie auch das Abhishekam? PK: Ja ich verehre es jeden Tag und verrichte Abhishekam. RP: Also ist das das Erbe, das Sie bekommen haben! PK: Und du wirst auch wissen, dass, als Swami nach Badrinath ging, Er das Lingam aus dem Schrein herausnahm, der von Shakaracharya eingerichtet wurde und dass das Lingam mit goldenen von Swami erschaffenen Bilva Blättern verehrt wurde. RP: Ja wir haben darüber in Sathyam Shivam Sundaram gelesen.
PK: Ja, 1954 erschuf Er eins für mich, als ich Probleme in meinem Leben hatte. Er sagte: „Ich werde dir dieses Bild geben, und wann immer du dich quälst oder verzweifelt bist, kannst du deinem Kummer vor diesem Bild Luft machen und ich werde dir Trost und Frieden schenken. RP: Also besitzen Sie das auch noch? PK: Ja.
Der Schöpfer zeigt die fehlende Verbindung RP: Das ist großartig! Was haben Sie sonst noch, das Er vielleicht ursprünglich Ihrem Vater gegeben hat? PK: Schau, wir haben von Swami bereits gehört, dass er Ringe, Medaillons, Vibhuti, etc. erschaffen hat. Aber einmal erschuf er einen kleinen Affen! Keinen echten Affen, sondern einen steinernen Affen für meinen Vater. Willst du darüber etwas hören? RP: Ja! Bitte erzählen Sie uns davon, denn das ist sehr ungewöhnlich. Was war der Anlass? PK: Es schien eines Tages einige Diskussionen über die Evolution des Menschen – Darwins Theorie – mit Swami und einigen Devotees zu geben und da mein Vater Professor der Anthropologie war, war er sehr interessiert. RP: Oh! Also war er auch Anthropologe? Ich dachte bloß an Geschichte! PK: Nein! Er war auch Anthropologe. Er studierte es und deshalb war er interessiert. RP: War er dann also ein Experte? PK: Ja. Er sagte zu Swami: „Swami, ich kenne die Anthropologie und die Evolution des Menschen und all das!“ Und weiter: „Swami der Affe lebte auf dem Boden. Sie stehen dem Menschen in der Evolution sehr nahe.“ PK: Ja, die nächsten. Dann sagte Swami: „Nein! Es gab eine Spezies von Affen, die auf Bäumen lebte, aber keinen Schwanz hatte; die waren die nächsten Verwandten des Menschen.“
PK: Es war ein Stein; braune Farbe, kein dunkel-braun sondern beige – wie Kekse. Er saß mit einer Frucht in der Hand und war ohne Schwanz; aber die Augen waren sehr ausdrucksstark. RP: Ist er jetzt in Ihrem Besitz? PK: Nein. Vater sagte, dass es besser sei, wenn er in einem Museum aufgehoben würde, damit die Menschen ihn auch sehen könnten. Wenn er zu Hause wäre, dann können ihn nur jene sehen, die zu uns nach Hause kommen. Also, soweit ich mich entsinnen kann, ist er im Universitäts-Museum. Ich habe auch viele Erinnerungen an Briefe, die Swami mir geschrieben hat.
H2H Team (Fortsetzung folgt)
|
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||