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Mah’atma (Die Grosse Seele) und die alte Frau
Der zweite Oktober ist der Geburtstag von Mahatma Gandhi, der Apostel des Friedens und der Gewaltlosigkeit und Indiens Vater der Nation.
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Gandhiji war ein leidenschaftlicher Kreuzritter der moralischen und spirituellen Genesung Indiens. Für viele Jahre reiste er über aller Längen- und Breitengrade des Landes und besuchte Städte und Dörfer und inspirierte die Menschen, an sich selbst und an ein freies Indien zu glauben. Seine Visionen und Ideale basierten auf den Werten der Gewaltlosigkeit, Einheit und Reinheit, und wo immer er hinkam, wurde er gefeiert.
Während einer dieser Reisen hielt er auf einem Treffen in Orissa eine Ansprache. Nach seiner bewegenden Rede stand eine ältere Frau auf. Sie war vom Alter gebeugt, ihre Haare waren grau und ihre Kleider ließen ihren ärmlichen Hintergrund erkennen. Sie wurde durch das Hören von Gandhis Worten, die ihre eigenen tief empfundenen Gefühle ausdrückten, sehr berührt.
Endlich hatte sie jemanden gehört, der so kraftvoll und aufrichtig ihren eigenen in Ehren gehaltenen Glauben artikulierte. Gandhis vom Herzen kommende Worte hatten ihr ganzes Wesen entflammt und gaben ihr eine neue Selbstwertschätzung.
Auf der Stelle warf sie alle Etiketten der Armut und Unbedeutsamkeit ab, die die Gesellschaft ihr vermittelte und bewegte sich furchtlos dem Schauplatz zu. Sie, die Alte und Unbedeutende, musste ihn, den Berühmten und Verehrten, treffen. Die freiwilligen Helfer versuchte, sie zu stoppen, aber sie blieb hartnäckig, bis sie dort angelangt war, wo er saß. |
„Ich muss ihn sehen“, insistierte sie und auf Gandhiji zuschreitend beugte sie sich langsam vor und berührte voller Demut seine Füße. Dann holten sie aus irgendeinem inneren Antrieb heraus aus den Falten ihres Saris eine Kupfermünze heraus und legte sie vorsichtig zur Seite. Er schenkte der Frau ein schönes Lächeln und wünschte ihr Gottes Frieden, als sie fort ging ohne weiteres Aufsehen auf sich zu ziehen.
Gandhi erwähnte diese Episode oft, um die Heiligkeit der Handlung der alten Frau zu illustrieren. „Diese Kupfermünze, die die Frau mir gab, ist mehr wert als Tausende von Münzen“, sagte Gandhiji. „Wenn ein Mensch viele Zehntausender besitzt und er ein paar tausend abgibt, bedeutet das nicht viel. Aber diese Münze war vielleicht alles was diese arme Frau besaß. Sie gab mir alles, was sie hatte. Das war sehr großzügig von ihr. Was für ein großes Opfer hat sie gebracht. Darum schätze ich diese Kupfermünze mehr als zehn Millionen Rupees!“
Diejenigen sind selten, die, wie die alte Frau, bis zur Ebene der Selbstaufopferung und Belastungsgrenze gehen. Solche Menschen zeigen uns durch ihr Leben und Beispiel, dass der Weg zu Gott durchs
Teilen und Aufopfern gegangen wird.
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Der Akt der Aufopferung, wie bei dieser älteren Frau, kam in Gandhis ganzem Leben zum Ausdruck, als er weiter nach seinem Traum der Unabhängigkeit Indiens strebte. Er hielt an seinen Prinzipien fest, sogar als diese zur Inhaftierung durch die Hände der Briten oder zur Konfrontation mit seinen Landsmännern führten. Sein Kampf war exakt für Menschen wie diese Frau – die Armen und Unterdrückten der Gesellschaft. In einer seiner letzten Aussagen, die er 1948, ein paar Tage vor seiner tragischen Ermordung, äußerte, sind seine Gefühle und seine Liebe für sein Land und die Menschheit allgemein großartig ausgedrückt.
Er sagt: „Ich werde euch einen Talisman geben. Wann immer du in Zweifel bist oder wenn das Selbst dir zu viel wird, führe den folgenden Test aus. Erinnere dich an das ärmste Gesicht und den schwächsten Menschen, den du gesehen haben magst und frage dich selbst, ob der Schritt, über den du nachsinnst, für ihn von irgendwelchem Nutzen ist. Wird er dadurch irgendetwas gewinnen? Mit anderen Worten wird es zum Swaraj [Frieden] für die Hungernden und spirituell verkümmerten Millionen beitragen? Dann wirst du erfahren, wie deine Zweifel und dein Ego dahin schmelzen.“
- Aus: Ost und West Serien, März 2004 |
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- Heart2Heart Team
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